Ausland

Kostenlose Verhütungsmittel – Obama macht einen Rückzieher

Aktualisiert am 11.02.2012 36 Kommentare

Der US-Präsident wollte den Bürgern einen kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln ermöglichen. Doch der Widerstand von Kirche und Republikanern war zu gross. Nun gibt es einen Kompromiss.

Wurde scharf kritisiert: Barack Obama während der Medienkonferenz im Weissen Haus. (10. Februar 2012)

Wurde scharf kritisiert: Barack Obama während der Medienkonferenz im Weissen Haus. (10. Februar 2012)
Bild: Keystone

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Nach wachsender Kritik an seinen Plänen für kostenlose Verhütungsmittel hat US-Präsident Barack Obama eingelenkt. Bei einem kurzen Auftritt im Weissen Haus schlug Obama am Freitag einen Kompromiss zur umstrittenen Klausel seiner Gesundheitsreform vor.

Von Kirchen betriebene Einrichtungen wie Spitäler oder Schulen sollen nun von der Klausel ausgenommen werden, wonach Arbeitgeber künftig ihren Mitarbeiterinnen verschreibungspflichtige Verhütungsmittel finanzieren müssen. An ihrer Stelle sollen die Krankenversicherungen selbst einspringen.

Religionsfreiheit bleibe garantiert

Der Kompromiss stelle sicher, dass keine Frau vom freien Zugang zu Verhütungsmitteln ausgeschlossen werde, die religiösen Organisationen aber nicht «direkt» dafür zahlen müssten, sagte der Präsident. Die Religionsfreiheit bleibe garantiert.

Die katholische Kirche, die Verhütungsmittel strikt ablehnt, war gegen die Ende Januar vorgestellte Regelung Sturm gelaufen. Das Thema erreichte auch den Präsidentschaftswahlkampf.

Kritik von vielen Seiten

Der republikanische Parlamentspräsident John Boehner warf Obama einen «unzweideutigen Angriff auf die Religionsfreiheit» vor. Präsidentschaftsbewerber Rick Santorum beschuldigte Obama, den Menschen in den USA seine «säkularen Werte» aufzwingen zu wollen.

Die US-Bischofskonferenz nannte Obamas Vorschlag einen richtigen «ersten Schritt». Dagegen zeigten sich liberale Katholiken- Bewegungen enttäuscht über den «Sieg der Bischöfe».

Sie erinnerten daran, dass «98 Prozent der katholischen Frauen im gebährfähigen Alter Verhütungsmethoden anwenden, die von den katholischen amerikanischen Bischöfen abgelehnt werden». (kpn/sda)

Erstellt: 11.02.2012, 07:40 Uhr

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36 Kommentare

Stefan Jost

11.02.2012, 08:34 Uhr
Melden 43 Empfehlung

In der Schweiz wir es wohl ähnlich sein, dass wie in den USA "98 Prozent der katholischen Frauen im gebährfähigen Alter Verhütungsmethoden anwenden", d.h. dass die Kirche für diese Frauen völlig weltfremd ist. Schade, dass diese Frauen nicht dem Mut haben konsequenterweise aus der katholischen Kirche auszutreten. Antworten


Peter Zahner

11.02.2012, 10:44 Uhr
Melden 27 Empfehlung

Das Grundübel der USA (und vieler anderen Länder) sind die ultrareligiösen Konservativen. Lieber ein schwangerer Teenager mehr als Aufklärung und Verhütung. Viva la religion! Antworten



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