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Im Ölrausch
Aktualisiert am 23.03.2012 20 Kommentare
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Was, wenn die USA nicht von Erdölimporten abhängig wären? Davon träumen US-Präsidenten seit Jahrzehnten. Und der Traum wird immer wahrer: Im vergangenen Jahr importierten die USA noch 45 Prozent ihres gesamten Bedarfes. 2005 lag der Anteil noch auf einem Allzeithoch von 60 Prozent, wie die «New York Times» ausführt. «Die USA bewegen sich langsam auf das Ziel der Energie-Unabhängigkeit zu», titelt das US-Leitblatt.
Zwei Kurven symbolisieren die Entwicklung. Einerseits sinkt der Verbrauch wegen des stetig steigenden Ölpreises und der Rezession. Zudem legen die Amerikaner weniger Automeilen zurück – und dies immer häufiger in sparsameren Fahrzeugen.
Andererseits steigt die Kurve der inländischen Ölförderung. 1970 förderten die USA täglich 9,6 Millionen Barrel, bis 2008 sank die Menge auf unter fünf Millionen Barrel. Heute fördern die USA wieder 5,7 Millionen Barrel, Tendenz steigend. Das US-Energieministerium rechnet laut «New York Times» mit sieben Millionen Barrel täglich. Andere Energieexperten gehen gar von 10 Millionen Barrel aus, was die USA in Sachen Ölförderung auf das Niveau von Saudiarabien bringen würde.
Erste Exporte seit 60 Jahren
Die Trends seien eindeutig, schreibt die «New York Times». Washington habe seine Importe aus Opec-Ländern in den letzten drei Jahren um 20 Prozent zurückgefahren – und damit auch die Abhängigkeit von Staaten wie Nigeria, Saudiarabien und dem Irak.
Zudem sind die USA nicht mehr nur der grösste Ölkonsument der Welt. Sie haben auch erstmals seit Mitte des 20. Jahrhunderts wieder begonnen, Erdölprodukte wie Benzin zu exportieren. Auch die US-Erdgasindustrie erlebt einen Boom.
Goldrausch des 21. Jahrhunderts
In Texas und New Mexiko werden aus hunderten Bohrlöchern bereits heute täglich eine Million Barrel gefördert, 17 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren. Bis 2020, so Experten, könnte die Region mit Nigeria gleichziehen, weltweit immerhin die Nummer 14 der Ölproduzenten. Bereits hat ein Bauboom eingesetzt, Hotels seien ausgebucht, bevor sie überhaupt gebaut sind, schreibt der «New York Times»-Reporter. Die USA haben ihren Goldrausch des 21. Jahrhunderts.
Doch je mehr gebohrt wird, desto grösser werden die Umweltrisiken. Die Katastrophe im Golf von Mexiko ist in Washington nicht vergessen. Doch die steigenden Ölpreise auf dem Weltmarkt und die anstehenden Wahlen lassen Barack Obama keine Wahl, als die Politik seines Vorgängers weiterzuführen. Er vergibt neue Bohrbewilligungen und propagiert die Erhöhung der Fördermengen. Von ökologischen Herausforderungen spricht er nicht mehr so laut wie noch im Wahlkampf 2008. (ami)
Erstellt: 23.03.2012, 11:59 Uhr
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20 Kommentare
Schön für das O E L, doch man bedenke, was geschieht, nach ca. 40 Jahren, wenn jeder Tropfen aus allen Materialien ausgepresst wurden, und keinerlei Resourcen mehr vorhanden sind. Wie können wir uns danach bewegern, oder unsere Wirtschaft produzieren? Was gesschieht im Rahmen von den nächsten Generationen, leben dann diese wie die Pfahlbauer mit Ochs und Wagen? Antworten
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