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Geheime Afghanistan-Protokolle waren nur ein Vorgeschmack

Fast 92’000 geheime Berichte über den Afghanistan-Krieg sind seit dem Wochenende für jedermann einsehbar. Doch das war erst der Anfang: Wikileaks ist auch im Besitz von brisanten Irakkrieg-Protokollen.

Im Einsatz: US-Soldaten mit irakischen Kollegen bei Bagdad.

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Bild: Reuters

Nun kennt ihn die ganze Welt: WikiLeaks-Gründer Julian Assange. (Bild: Keystone )

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Die Nato-Koalition in Afghanistan unterhält die Taskforce 373, um Gegner zu inhaftieren und zu töten.

US-Präsident Barack Obama hat sich gestern besorgt über die Veröffentlichung Tausender Geheimdokumente zum Afghanistan-Krieg im Internet gezeigt. Damit könnten Menschen oder Einsätze gefährdet werden, sagte Obama im Weissen Haus. Für ihn könnte es aber schon bald noch viel unangenehmer werden. Wie das amerikanische Nachrichtenmagazin «Newsweek» schreibt, ist die Online-Plattform Wikileaks auch im Besitz von geheimen Unterlagen über den Militäreinsatz im Irak. Und zwar sei der Umfang dreimal so gross wie jetzt bei den Afghanistan-Protokollen, wie der Journalist Mark Hosenball in seinem «Newsweek»-Blog schreibt.

Die Dokumente seien ebenfalls streng vertraulich und setzen sich aus ungeschminkten Zeugenberichten vom Schlachtfeld zusammen, verfasst von Angehörigen der US-Armee, meist von rangniedrigen Offizieren. Das Irak-Material befindet sich noch in den Händen von Wikileaks. Drei Quellen, die «Newsweek» bekannt sind, sind mit den Dokumenten vertraut. Gemäss einer davon seien die US-Soldaten im Irak an einem «Blutbad» beteiligt gewesen. Doch der Grossteil der verstörenden Dokumente – beispielsweise über die Misshandlung von Gefangenen – betreffe irakische Sicherheitskräfte.

Diesmal ist nicht Manning das Leck

Wikileaks-Gründer Julian Assange weiss noch nicht, wann und wie er das Material veröffentlichen will. Gemäss «Newsweek» wolle er über die Irak-Dokumente eine engere Kontrolle behalten – und sie wahrscheinlich nicht über die «New York Times», den «Guardian» und den «Spiegel» veröffentlichen.

Gemäss den Informanten von «Newsweek» sei für das Leck der Irak-Protokolle nicht Bradley Manning verantwortlich. Der US-Soldat Manning hat bei der Weitergabe der Afghanistan-Geheimakten an die Website Wikileaks eine Rolle gespielt. Die US-Behörden klären zurzeit ab, welche.

US-Präsident Barack Obama erklärte zu den bei Wikileaks veröffentlichten Dokumenten, sie enthüllten nichts Neues zum Konflikt in Afghanistan. Ob die wohl gut 200'000 Irak-Dokumente bei deren Veröffentlichung den US-Präsidenten auch so gelassen bleiben lassen? (bru)

Erstellt: 28.07.2010, 09:07 Uhr

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13 Kommentare

Jens Poschet

29.07.2010, 05:53 Uhr
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mir bleibt die sprache weg....N. Amstrong weiss nicht ob er da oben war???....conspirancy is a nice therory, BUT it is only a theory...Die zwei Astronauten die ich kenne haben keine Zweifel das sie da oben waren..... Antworten


Khabir Wahabzada

28.07.2010, 16:59 Uhr
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Die Dokumente der WikiLeaks zeigt leider ein Bruchteil der furchtbaren Taten und Geschehens des Afghanistans - Krieges. In den Jahren zwischen 2001 und 2010 sind Dinge geschehen, die für die westlichen Demokratien zu beschämend sind. Früher oder später werden die Menschen es erfahren, wie Politiker / Militär sie angelogen und verraten haben - dann ist es aber zu spät das Geschehen rückgängig zu machen. Antworten


Erich Heinz

28.07.2010, 15:51 Uhr
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Die Bekämpfung des Terrorismus ist nur der Weg, das Ziel ist die Erhaltung des Krieges. Im Atomzeitalter sind andere Kriege undenkbar. Die ganze Militärindustrie "muss"jedoch erhalten werden, und sie will mit den Kriegen auch Gewinn machen. Business as usual! Antworten


Adrian Schaller

28.07.2010, 13:56 Uhr
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@Hasenfratz "...dafür stehen uns rechtsstaatliche und demokratische Mittel - sprich freie Wahlen - zur Verfügung" welche durch den Machtapparat missbraucht werden. @Roduner: Selbst N. Armstrong ist sich nicht mehr sicher ob er überhaupt dort oben war. Und wer nicht schweigt wird zum schweigen gebracht. Antworten


Peter P. Hasenfratz

28.07.2010, 12:55 Uhr
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Terrorismus bleibt Terrorismus, auch wenn er angeblich zu dessen Bekämpfung ausgeübt wird. Stoppen lässt sich diese Spirale nur, wenn die dafür verantwortlichen Politiker entmachtet sind. Dafür stehen uns rechtsstaatliche und demokratische Mittel - sprich freie Wahlen - zur Verfügung. Antworten


Kurt Aegeri

28.07.2010, 12:50 Uhr
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Da hat jemand etwas für sich gefunden, mit dem er sich in Szene setzen kann: Julian Assange. Wer wikileak braucht, um eine Vorstellung von dem zu bekommen, was Krieg wirklich bedeutet, dem kann auch Assange resp. wikileak nicht helfen. Es geht doch hier bloss um Voyeurismus! Im Zeitalter der fakes kann noch nicht mal garantiert werden, dass Dokumente echt sind. Antworten


Erich Deiss

28.07.2010, 12:12 Uhr
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Wikileaks verdient den Friedens-Nobelpreis. Und Wikileaks wäre dann einer der wenigen Friedens-Nobelpreisträger, wo das Wort "verdient" auch angebracht ist. Antworten


christoph scheidegger

28.07.2010, 11:18 Uhr
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julian assange macht einen guten job, aber was wird aus bradley manning ...? Antworten


albert muri

28.07.2010, 11:18 Uhr
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Grossartiges Wikileaks! Die Welt wird demokratischer und transparenter. Schwere Zeiten für alle Lügner und Kriegstreiber. Antworten


Peter Engeler

28.07.2010, 11:06 Uhr
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Haben nicht schon bereits die Iraker und Afghanen festgestellt dass das Demokratieverständnis im Westen "scheinheilig und doppelmoralig" ist ?? Hat nicht der Westen gerade deshalb als "vermeintlicher Demokratiebringer" undenkbar schlechte Karten?? Antworten


Rolf Raess

28.07.2010, 10:54 Uhr
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Es wird Ihnen, diesmal auch den europ. Mitgliedern der NATO, so gehen wie seinerzeit in Vietnam. Nichts gelernt, die können Millionen Unschuldige umbringen und es nützt nichts, im Gegenteil. Damit wird der Feind nur stärker. Nichts gelernt seit 1973...und diesmal mit gewissen Europäern im Boot - z.B. Deutschland! Auf Scholl-Latour hätte der "Grüne" Fischer damals hören müssen, hatte kein Zeit... Antworten


Mario Monaro

28.07.2010, 10:50 Uhr
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Tja, nichts lässt sich auf ewig geheimhalten, dass sollte man sich gelegentlich wieder mal in Erinnerung rufen. Gleichzeitig ein Hinweis an die Mondlande-Skeptiker und dergleichen. Wäre es wirklich denkbar, dass so viele Involvierte über so lange Zeit dicht gehalten und sogar die Sowiets getäuscht hätten...? Ich weiss, ich weiche vom Thema ab... Antworten


Emil Roduner

28.07.2010, 09:39 Uhr
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Die Amerikaner machen offensichtlich Einiges, was sich weder mit dem Internationalen Völkerrecht noch mit der Genfer Konvention vereinbaren lässt! Das steht auf der gleichen Ebene mit dem Terrorismus, den sie zu bekämpfen vorgeben. Es ist nur gut, dass diese Machenschaften an die Öffentlichkeit kommen. Antworten



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