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Eine Amnestie für Holzfäller

Aktualisiert am 26.04.2012 13 Kommentare

Das brasilianische Parlament hat ein umstrittenes Waldgesetz verabschiedet, das eine Schwächung des Regenwaldschutzes beinhaltet. Umweltschutzorganisationen sprechen von einem «desaströsen» Votum.

1/5 Die Interessen der Bauern prallen auf den Naturschutz: Ein illegal gelegtes Feuer zerstört einen Teil des Regenwaldes. (September 2009)
Bild: Keystone

   

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Nach stundenlanger hitziger Debatte stimmten die Abgeordneten des Unterhauses Änderungen des «Código Florestal» mehrheitlich dem neuen Waldgesetz zu. Die Abstimmung war notwendig geworden, nachdem der Senat einen ersten Vorschlag des Parlaments im Dezember in zahlreichen Punkten geändert hatte. Das Gesetz muss nun noch von Präsidentin Dilma Rousseff unterzeichnet werden, die ihr Veto einlegen kann.

Das neue Gesetz kommt in weiten Teilen der Agrarlobby entgegen, Umweltschützer kritisieren es. Nutzniesser sind Grossgrundbesitzer und Kleinbauern. So begrenzt das Gesetz die Verpflichtungen zur Aufforstung entlang von Flüssen und hebt zahlreiche Beschränkungen für Grundbesitzer auf. Umweltauflagen sind teils weniger strikt gefasst.

Eine hitzige Debatte war der Abstimmung vorausgegangen. Zahlreiche Abgeordnete forderten Rousseff auf hochgehaltenen Schildern zum Veto gegen das Gesetz auf, dessen neue Fassung zunächst nicht veröffentlicht wurde. «Veto einlegen, Dilma», rief der Abgeordnete Alfredo Sirkis ins Plenum und beklagte eine «Offensive von Bodenspekulanten und Grossgrundbesitzern».

Starke Agrarlobby

Die Agrarlobby ist im brasilianischen Parlament stark vertreten. Aus ihrer Sicht ist eine Ausweitung von Agrarflächen erforderlich, um die Lebensmittelsicherheit in Brasilien zu gewährleisten.

Das neue Waldgesetz – eine Reform eines seit 1965 bestehenden Gesetzes – schaffe für Millionen Kleinbauern Rechtssicherheit, die sich bislang durch illegale Rodungen über Wasser gehalten hätten, argumentierten Abgeordnete, die dem Agrarsektor nahestehen. Dagegen bezeichneten mehrere Abgeordnete das Gesetz als «eine Amnestie für Holzfäller».

Umweltorganisationen empört

Die Umweltschutzorganisation WWF wies in einer Erklärung auf die möglichen «negativen Folgen für die Glaubwürdigkeit Brasiliens» beim Klimaschutz und für seine Rolle bei der Folgekonferenz (Rio 20) zum Erdgipfel von Rio 1992 hin. Der WWF sprach von einem «desaströsen» Votum.

Brasilien gilt als sechstgrösster Produzent von Klimagasen, die einen Anstieg der Erderwärmung fördern. Mit fünf Millionen Quadratkilometern Waldfläche, die 60 Prozent des brasilianischen Territoriums bedecken, ist das südamerikanische Land eines der artenreichsten der Erde. Zugleich ist es eines der grössten Fleischproduzenten.

Amnesty beklagt Gewalt gegen Ureinwohner

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International prangerte in einer Erklärung unabhängig von dem Parlamentsvotum Gewalt gegen Ureinwohner-Gemeinden in abgelegenen Urwaldregionen Brasiliens an. Die Menschen seien Angriffen und Todesdrohungen von Holzfällern ausgesetzt. Es fehle an Polizei vor Ort.

Amnesty forderte die Behörden auf, die Betroffenen im nordwestlichen Bundesstaat Amazonas zu schützen und illegalen Holzfällern das Handwerk zu legen. (bru/sda)

Erstellt: 26.04.2012, 12:00 Uhr

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13 Kommentare

Ursi brock

26.04.2012, 12:20 Uhr
Melden 41 Empfehlung 0

Ich hab solche Bilder schon vor Jahren in Asien gesehen als ich die ganze Gegend mit Regionalflugzeugen überflogen habe. Wo vorher alles grün war, war nach der Profit und Renditemaximeirung meist einiger weniger Berechtigter nur noch Wüste übrig. Der Regen macht den Rest, schwemmt die Erde weg und man hat anstatt Wald Felswüsten mit gigantischen ausmassen. Malaysia, Indonesien, Thailand... Antworten


Konrad Baumer

26.04.2012, 13:42 Uhr
Melden 38 Empfehlung 0

Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann. (Weisheit der Cree Indianer) Antworten



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