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Die verschwundenen Tiere vom Golf von Mexiko

Die Ölpest ist angeblich eingedämmt. Das ist die gute Nachricht. Doch BP versuche nun die Folgen des Chemikalien-Einsatzes zu vertuschen, sagen Umweltaktivisten. Stimmen nach einer Untersuchung werden laut.

Ölsperren werden am Golf von Mexiko eingesammelt.

Ölsperren werden am Golf von Mexiko eingesammelt.
Bild: Keystone

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Chronologie der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

Chronologie der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko
Am 20. April 2010 ging die Deepwater Horizon in Flammen auf. Es kam zur grössten Ölkatastrophe aller Zeiten.

Annähernd 70 Prozent des Öls im Golf von Mexiko hat sich laut einem Bericht der US-Regierung auf natürliche Weise oder dank dem Einsatz von Chemikalien aufgelöst. Es gibt allerdings Experten, die den Bericht eher für schönfärberisch als für wissenschaftlich halten. Die schädlichen Folgen der Ölkatastrophe seien noch nicht bekannt.

Statt das verschwundene Öl zu feiern, sollte man sich eher Sorgen über das Verschwinden der Wildtiere machen, gibt der Umweltaktivist Jerry Cope in der «Huffington Post» zu bedenken. Der Golf von Mexiko sei eine «Todeszone». Tiere seien verschwunden, obwohl die Ölfirma BP eine relativ kleine Zahl getöteter Tiere angegeben habe, so Cope.

Grosse Zahl Kadaver verbrannt

«Etliche Menschen riefen mich an und sagten, dass ein Grossteil der Meeresfauna verschwunden und eine riesige Vertuschungsaktion im Gang sei», sagt Cope in einem Interview mit «Democracy Now!» Dies sei in der Zeit passiert, in der die Medien nur beschränkten Zugang in die betroffenen Gebiete hatten. Vor drei Wochen hatten Cope und ein Mitstreiter beschlossen, sich die Situation vor Ort anzusehen. In Louisiana, Florida, Alabama, überall hätten sie mit Fischern und Einheimischen gesprochen. «BP liess Fische, Vögel, Wale, Delfine und andere Meerestiere einsammeln und alle Kadaver verbrennen», sagt Cope. «Es war eine grosse Zahl Kadaver».

Im Fall der Exxon Valdez habe man die Kadaver erst gründlich untersucht und erst dann verbrannt, kritisiert die Meeresbiologin Ricky Ott. Das sei verdächtig. Sie habe in der Region viele Menschen getroffen, die plötzlich unter gesundheitlichen Problemen litten. Die eingesetzten Chemikalien könnten noch Jahrzehnte im Wasser nachweisbar sein, sagt sie in der «Huffington Post». Obwohl bekannt sei, dass die eingesetzte Chemikalie Corexit Blut und Nieren schädigen könne, habe die US-Regierung deren Einsatz erlaubt, ohne die Chemikalie vorher eingehend prüfen zu lassen.

Anzeichen unerwünschter Auswirkungen

«Die Beteiligten an den Aufräumarbeiten und die Tier- und Pflanzenwelt sind unwissentlich Teilnehmer eines gefährlichen Experiments geworden», kritisierte auch der demokratische Senator Frank Lautenberg aus New Jersey am Mittwoch in einem Hearing eines Umweltausschusses des Senats. Es gebe bereits jetzt so viele Anzeichen unerwünschter Auswirkungen des Chemikalien-Einsatzes im Golf von Mexiko, um zu wissen, dass es zusätzlicher Untersuchungen bedürfe. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.08.2010, 20:34 Uhr

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13 Kommentare

Hans Beat Schneider

08.08.2010, 00:02 Uhr
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Erstaunlich, wie positive Meldungen dermassen negative Reaktionen hervor zu rufen vermögen. Die Entwicklung allen Wesens und Seins hat doch Jahrmillionen zum voraus Gewichte zum Ausgleich allfälliger Ausreisser mit berücksichtigt. So auch ölzersetzende Bakterienstämme. Vernunft geleitetes Denken wäre vielmals besser als solidarisches Mitwüten im Einklang mit demagogischen Mismachern. Antworten


Carole Gubser

06.08.2010, 17:21 Uhr
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Krass was die Wirtschaft, die Staaten und Politiker mit unserer Erde anrichten ! Und es ist bereits zu spät ! Wir können das meiste gar nicht mehr herstellen, nur noch anpassen und das wird für die meisten extrem schwer. Meine Generation muss den Dreck ausbaden, was unsere Narzisstischen und Kapitalistischen Väter und Mütter angerichtet haben. Und genau alle Diese rennen davon ... Hee was ist los? Antworten


Tom Arnold

06.08.2010, 14:41 Uhr
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Einerseits konsumieren wir wie blöd und andereseits machen wir alles um unsere Brötchen zu verdienen mit den Folgen dass die Umwelt immer mehr geschädigt wird. Gut ist nur dass es irgenwann auf uns zurückfällt. Wenn dann Länder wie Indien, China oder Brasilien auf ihr "Recht auf Umwelverschmutzung pochen" - man soll im ewigen wirtschafltichen Wettbewerb nicht benachteiligt sein - wird es mir bange Antworten


Pedro Lanz

06.08.2010, 10:09 Uhr
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Wenn die Bilder der ölverschmierten Kadaver gezeigt würden, würden wir dann den direkten Zusammenhang zu unserer Tankzapfsäule machen? Wären wir traurig? Würden wir uns einschränken? Babobama hat schon recht. Es gibt genug solcher Bild von früheren Katastrophen, die kann man sich anschauen und x 1 Million rechnen. Wie's auch Bilder früherer Kriegsverbrechen gibt, anstatt solche von Afghanistan. Antworten


Alina Remund

06.08.2010, 09:49 Uhr
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Nicht nur die Ölpest ist ein riesiges Problem sonder auch die gigantische Plastikabfälle im Meer. Alle diese Probleme wiederspiegeln ganz stark unsere übertriebenes Konsumverhalten. Für jeden gekauften Artikel beim Detaillisten erwarten wir einen Gratis- Plastiksack. Zu Hause werfen wir sie dann achtlos in den Abfall oder entsorgen sie in der Natur! Jeder muss also bei sich selber anfangen! Antworten


Boris Radtke

06.08.2010, 07:21 Uhr
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Ok, aufgrund der "clean water act" muss BP eh eine Riesen-Summe an die USA abdrücken, um den "Schaden wieder gut zu machen". Irgendwas zwischen 1100 und 4500 usd pro ausgelaufenem Barrel muss bezahlt werden. Auf diese 2 1/2 Monate macht das einen ganz schönen Haufen Schotter, der geblecht werden muss. Fragt sich einfach, wofür die USA dieses Geld einsetzen. Krieg im Iraq? Iran? Korea? ??? Antworten


Edwin Hitz

05.08.2010, 23:56 Uhr
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Okay, 300 Mio liter Öl sind angeblich verdunstet und jetzt in der Luft. Bin sehr gespannt wos die dann wieder herunterregnet. Interessant wird sein wie lange die US-Behörden dem Druck noch wiederstehen bis in dieser ölverseuchten Chemikalienbrühe wieder offiziell gefischt und gebadet werden darf. Antworten


Susanne Gehri

05.08.2010, 23:43 Uhr
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Eines gleich vorweg: Schön, dass dieses Bohrloch ENDLICH und hoffentlich für immer gestopft werden konnte. Dass sich allerdings die entstandenen Schäden sozusagen fast in Minne aufgelöst haben, kann ich nicht glauben. Da steckt wohl seitens BP und ihrer Berichterstatter einiges an Schönfärberei dahinter, wohl nicht zuletzt, um die immensen Schadenersatzklagen in Grenzen zu halten. Antworten


Annabella Giudice

05.08.2010, 23:28 Uhr
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Nicht vergessen zu erwähnen, dass der "Change" President Obama die Verbreitung von Bilder toter Tiere verboten hat. Es kommt einem vor, als würde er auch auf der Lohnliste von BP sein.... Antworten


Hans Lips

05.08.2010, 22:43 Uhr
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Nicht nur der Gold ist tot, töter geht nicht. An den Ufern quillt Oel aus dem Untergrund, sobald man darin stochert. Die Viecher sind ganz einfach verreckt, auf BP-Manier., Antworten


Martin Sutter

05.08.2010, 21:17 Uhr
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Ob Tschernobyl oder diese Ölpest - beide werden die Gesundheit der Natur und der Menschen noch jahrzentelang belasten. Und die Vertuschungen durch BP und die Regierung müssen gründlich untersucht und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen und hart bestraft werden werden. Antworten


Pietro Meneguzzi

05.08.2010, 21:08 Uhr
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Offizielle Verlautbarungen von Behörden & BP sind gemäss den Erfahrungen schön gefärbt. Wer andere Informationsquellen berücksichtigt, muss annehmen, dass der Chemieeinsatz den Abbau des Rohöls nicht beschleunigt, die Giftigkeit der Substanzen ist nicht getestet, jegliche neutrale wissenschaftliche Begleitung wird verhindert: Versuche in grossem Masstab der Industrie, vgl. Schweinegrippe u.ä. Antworten


hugo zutobel

05.08.2010, 21:04 Uhr
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Mann muss kein Wissenschafler sein um zu erkennen dass man für dumm verkauft wird. Wie soll es möglich sein, dass von Heute auf Morgen so gigantische Mengen Erdöl aufgelöst, ja sogar neutalisiert sein sollen. Hier wurde wohl der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Ein Ökologisches Desaster sondergleichen. Antworten



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