Die reiche Frau Strauss-Kahn
Von Oliver Meiler. Aktualisiert am 17.05.2011 22 Kommentare
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Strauss-Kahn sitzt in einem der grössten Gefängnisse der USA (Video: Reuters).
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Der letzte Eintrag in ihrem Blog liegt einige Tage zurück, 11. Mai – da war die Welt noch in Ordnung. Anne Sinclair nannte ihr Tagebuch im Internet «Zwei oder drei Dinge aus der Perspektive Amerikas». Zuletzt waren das Überlegungen zum Tod Osama Bin Ladens und zu Barack Obama. Nun kommuniziert sie über die Nachrichtenagentur AFP: «Ich glaube diesen Beschuldigungen nicht eine einzige Sekunde lang», sagt sie. Es geht um sehr private Sachen – um die schweren Vorwürfe gegen ihren Ehemann Dominique Strauss-Kahn.
Die Welt ist zusammengebrochen. In Amerika, ausgerechnet. Als die berühmte französische Journalistin ihren Mann 2007 nach Washington begleitete, wo der sein Mandat als Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) begann, war das für sie eine Art Heimkehr. Sinclair ist 1948 in New York geboren. Ihr Vater war Geschäftsmann, und ihr Grossvater war der berühmte Kunsthändler Paul Rosenberg. Die Enkelin sollte etliche Werke erben. Und viel Geld. Genug für Immobilien in Paris und Marrakesch. In Washington konnte man sich eine schöne Wohnung mit Sicht auf den Potomac kaufen: für 4 Millionen Dollar. In einer Homestory auf dem Privatsender Canal Plus sah man das glamouröse Paar am modernen Herd der Wohnung und beim Freizeitspass mit den Mitarbeitern des IWF. Idyllische Bilder waren das: Sie wirkten wie ein Vorspann für das Leben, das sie im Pariser Élysée erwartet hätte, dem Präsidentenpalast. Sinclair hätte den Franzosen denn auch gut gefallen in der Rolle der Première Dame. Auch dazu gab es Umfragen: 65 Prozent «stimmten» für die frühere Talkmasterin, die in den 80er- und 90er-Jahren mit der Politsendung «7 sur 7» bekannt wurde; und nur 35 Prozent für Carla Bruni, Präsident Sarkozys Gemahlin.
Der «brünstige Schimpanse»
Sinclair galt immer als DSKs wichtigste Beraterin, als dessen Souffleuse. 1997, als ihr Mann im sechsten Ehejahr Finanzminister wurde, liess die harte Interviewerin für ihn ihre Karriere fallen. Und sie stand ihm immer bei, auch vor drei Jahren, als ihn seine Schürzenjagd beinahe den Posten beim IWF gekostet hätte: Anne Sinclair verzieh ihm die Affäre mit einer ungarischen Ökonomin. In ihrem Blog schrieb sie damals: «Das sind Dinge, die im Leben eines jeden Paars vorkommen können.»
Doch über DSK kursierten nicht nur Gerüchte über aussereheliche Eskapaden: Auch sein Hang zum resoluten, notfalls offenbar auch körperlich bedrängenden Flirt war in den Redaktionen ein Thema, ohne dass darüber berichtet worden wäre. Die Schriftstellerin Tristane Banon, heute 32, erwägt nun, Strauss-Kahn wegen eines Vorfalls aus dem Jahr 2002 anzuzeigen. Als Banon ihn für ein Buch interviewte, soll er sich wie ein «brünstiger Schimpanse» auf sie geworfen haben. Sie habe sich nur mit Schlägen befreien können, sagte sie in einer TV-Sendung vor vier Jahren.Anzeige erstattete Banon nicht, angeblich weil ihre Mutter, eine Regionalrätin der Sozialisten, davon abgeraten hatte. Verjährt ist der Fall noch nicht. Eine Klage würde das Dossier gegen DSK noch mehr belasten. Und mit ihm die Welt von Anne Sinclair, der jäh verhinderten Première Dame de France. (om) (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.05.2011, 10:04 Uhr
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22 Kommentare
Es ist überall dasselbe, bei Hillary Clinton, bei Maria Shriver und jetzt hier.
Frauen die sich im Licht ihres Gatten sonnen, währenddessen die sich einen Schweinerei nach dem anderen leisten. Anstatt den Partner einzubremsen wird abgewiegelt und vertuscht - bis es irgendwann zum grossen Knall kommt. Und auch jetzt geht es anscheinend keinem der beiden um die Beziehung sondern um Machterhalt.
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