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Die grösste Ölpest aller Zeiten
Aktualisiert am 03.08.2010 7 Kommentare
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Aus dem defekten Bohrloch im Golf von Mexiko sind seit Beginn der Ölpest am 20. April rund 780 Millionen Liter Rohöl geströmt. Es handelt sich somit um die grösste Ölpest aller Zeiten.
Die Literzahlen bestätigte die US-Regierung am Dienstagabend Schweizer Zeit mit der Veröffentlichung der bislang genauesten Schätzungen von Wissenschaftlern. «Insgesamt schätzen die Wissenschaftler-Teams, dass rund 4,9 Millionen Barrel Öl aus dem Bohrloch geflossen sind», hiess es in einer Erklärung des Krisenstabes aus Vertretern der US-Regierung und des britischen Erdölkonzerns BP. (BPAM 5.859 -0.61%)
Dabei sei jedoch nicht das ganze Öl und Gas ins Meer geflossen. Durch die von BP unter US-Aufsicht vorgenommenen Massnahmen hätten 127 Millionen Liter Öl bis zur Verschliessung des Bohrlochs am 15. Juli aufgefangen werden können.
Bislang grösste Katastrophe: 3,3 Millionen Barrel Öl
Bisherige Schätzungen waren bereits von 3 bis 5,3 Millionen Barrel ausgelaufenen Öls ausgegangen. Die Ölpest hatte sich nach der Explosion der BP-Ölbohrplattform Deepwater Horizon am 20. April ausgebreitet.
Bei der bislang grössten Ölpest der Geschichte waren 1979 – ebenfalls im Golf von Mexiko – nach einer Explosion auf der mexikanischen Ölförderanlage Ixtoc UNO 3,3 Millionen Barrel ins Meer geströmt. Bei der Ölkatastrophe vor Alaska, die 1989 durch den Untergang des Tankers Exxon Valdez verursacht worden war, waren es 41 Millionen Liter Rohöl.
Bohrloch endgültig versiegeln
Das Bohrloch soll ab Dienstag endgültig mit Schlamm und Zement versiegelt werden. BP traf am Montag mit abschliessenden Tests die letzten Vorbereitungen. «Wir werden die Ergebnisse der Tests auswerten und die nötigen Anpassungen vornehmen», sagte BP-Vizepräsident Kent Wells in New Orleans.
Der «Static Kill» genannte Einsatz werde dann wie geplant am Dienstag beginnen und könne bis zum Mittwoch dauern. Die Methode werde jedoch nicht angewandt, wenn die Tests ergeben, dass das aus der Quelle sprudelnde Öl nicht vollständig zurückgedrängt werden könne. «Damit rechnen wir aber nicht», fügte Wells hinzu.
Bei der «Static Kill»-Methode soll das Material durch die Verschlusskappe in das Bohrloch eingefüllt werden, mit der dieses Mitte Juli vorerst verschlossen worden war.
Der Konzern will zusätzlich die Versiegelungsmethode «Bottom Kill» anwenden. Dabei soll auch ein Entlastungsbohrloch mit Schlamm und Zement gefüllt werden. Dieses Bohrloch soll laut Wells in gut einer Woche bis zu dem ursprünglichen Bohrloch reichen. Ende August könne dann die Versiegelung beginnen. (oku/sda/)
Erstellt: 03.08.2010, 07:07 Uhr
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7 Kommentare
Es gibt auch Wissenschafter, die zu ganz anderen Ergebnissen kommen. In der neusten Ausgabe von Time Magazine wird unter dem Titel "Big Spill, Little Damage" aufgrund von harten Fakten ein ganz anderes Bild gezeichnet. So sind zum Beispiel offenbar weniger als 1 % der Vogel getötet worden, die seinerzeit der "Exxon Valdez" zum Opfer fielen. Nähere Angaben unter www.time.com/spill Antworten
Wovon ich nie etwas gelesen habe, mit welchen Auswirkungen rechnet man in welchen Regionen. Ist beispielsweise mittelfristig auch Europa, wegen des Golfstroms betroffen? Mir fehlt in dieser ganzen Berichterstattung die Kompetenz, alles was ich lese, klingte immer nach Medienmitteilung von Interessensvertreter. Antworten
@Reto Huber: Endlich einer der es auf den Punkt bringt! Hinzuzufügen wäre vielleicht noch das: c) Wenn der Hunger nach Öl in den USA nicht so abartig gross wäre, würden solche Tiefseebohrungen mit ihren grossen Risiken nicht in Kauf genommen werden. Antworten
780 Mio Liter Öl in einer Schicht von 1cm Dicke würden 78 Quadratkilometer bedecken. Das ist etwas weniger als ein Zwanzigstel der Fläche des Kantons Zürich (Wikipedia: 1729 km2). Das Geschehene ist auch ohne Übertreibungen schon schlimm genug. Antworten
"Durch die von BP unter US-Aufsicht vorgenommenen Massnahmen hätten 127 Millionen Liter Öl bis zur Verschliessung des Bohrlochs am 15. Juli aufgefangen werden können." Die Zahl erscheint mir ein bisschen sehr hoch - vielleicht zur Imagepflege von BP "gut geschätzt"? Es hiess ja oft, BP könne nur 25 bis 50% des Öls auffangen. Antworten
Bezeichnend für die unflätige Art der USA ist, dass Ölkatastrophen erst zum Thema werden und ein riesiges Geschrei losgeht wenn a) Das eigene Land betroffen ist und b) eine "ausländische" Firma daran schuld ist. Alle anderen Sauereien welche die Ölindustrie schon seit Jahrzehnten, beispielsweise in Afrika, veranstalten, werden verschwiegen. Auch von unserer "unabhängigen" Presse übrigens. Antworten
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Edwin Hitz
Als positiver Ansatz könnte diese Geschichte zu einem Umdenken in der US Umweltpolitik führen. Wobei, grosse Hoffnungen ob dies eintrifft habe ich nicht. Antworten