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Die Schonfrist für den «härtesten Sheriff» der USA ist abgelaufen
Von Chantal Hebeisen. Aktualisiert am 11.05.2012 28 Kommentare
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Das US-Justizministerium hat gegen den selbst ernannten «härtesten Sheriff» von Amerika eine Klage wegen Bürgerrechtsverletzungen eingereicht. Zuvor waren monatelange Verhandlungen über eine einvernehmliche Lösung mit Sheriff Joe Arpaio gescheitert.
Wie die US-Behörde weiter mitteilt, sei sie in den vergangenen 18 Jahren erst einmal zu einem solchen Schritt gezwungen gewesen. In dem für die Grossstadt Phoenix zuständigen Sheriff-Büro habe es aber eine anhaltende Kultur der Missachtung grundlegender Verfassungsrechte gegeben.
«Zimmer frei» im Gefängnis
Seit 18 Jahren sorgt Joe Arpaio in Maricopa County (Arizona) auf seine ganz eigene Art und Weise für Ruhe und Ordnung. Bei seinem Amtsantritt habe er nur über 5600 Gefängnisplätze verfügen können, erzählte der Sheriff 2001 dem deutschen «Spiegel». Doch dann sei er auf die Idee gekommen, aus billigen ausgemusterten Army-Zelten ein Openair-Gefängnis zu errichten.
Die «Schlauen Zelte», wie Arpaio die Unterkünfte seines Gefängnisses nennt, befinden sich unmittelbar neben der städtischen Mülldeponie. «Ich wollte meine Gefangenen möglichst nahe an der Stelle haben, wo sie in Wirklichkeit hingehören», sagte er gegenüber dem «Spiegel». An einem Wachturm des Zeltgefängnisses prangt eine grosse Leuchtreklame – «Vacancy» (Zimmer frei) steht darauf.
Arpaio wehrt sich gegen Vorwürfe
Die US-Justizbehörde wirft dem Sheriff vor, dass unter seiner Führung Bürger aus Lateinamerika gezielt und stärker kontrolliert werden als andere Menschen. Er handle nach rassistischen Kriterien und behandle die hispanischen Häftlinge im Gefängnis schlechter als andere Gefangene. So sollen sie dafür bestraft worden sein, wenn sie spanisch sprachen. Als das Justizministerium 2010 die Ermittlungen aufnahm, wurde Arpaio zur Last gelegt, er behindere die Untersuchung wegen Verdachts auf Verletzung von Grundrechten und Antidiskriminierungsgesetzen.
Der Sheriff wehrt sich entschieden gegen die Vorwürfe. Er habe sehr wohl mit dem Justizministerium zusammengearbeitet. Seine Mitarbeiter hätten der Behörde Tausende von Dokumenten zur Verfügung gestellt. «Meine Anwälte haben mit den Behörden in Washington kooperiert und sie schienen zufrieden zu sein», sagte Arpaio 2010 gegenüber der Agentur AFP. «Sie haben uns ins Gesicht gelacht und sind uns danach mit dieser Klage in den Rücken gefallen», empörte sich der Sheriff damals.
Mit Material der Nachrichtenagentur SDA. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.05.2012, 12:35 Uhr
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28 Kommentare
Delinquenten wie Dreck behandeln, schimmeliges Essen servieren, Ausländer diskriminieren, steueroptimierter Justizvollzug neben einer Müllhalde, Folteranwendung durch Temperaturstress, Demütigung als Programm, geführt von einem sonntalktauglichen Sheriff mit Sonnenbrille.
Kuscheljustizverhönende Stammtischler hier drinnen werden bei solchen Berichten hoffentlich zu ausreisewilligen usa-Fans.
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