Ausland

Das Schweizer Bankkonto, ein Schandmal

Von Martin Kilian, Washington. Aktualisiert am 02.05.2012 46 Kommentare

Die Schweiz im US-Präsidentschaftswahlkampf: Barack Obamas neuer TV-Spot zielt auf Mitt Romneys «Swiss Bank Account».

«Jemand, der ein Schweizer Bankkonto hatte»: So wird Romney schubladisiert. (Quelle: Youtube)


Artikel zum Thema

Teilen und kommentieren

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Werbung

Zuerst schlug das Team Obama dem republikanischen Rivalen Mitt Romney den toten Osama Bin Laden um die Ohren: Der schlappe Romney, hiess es in einem rechtzeitig zum Jahrestag der Osama-Tötung produzierten Werbespot des demokratischen Präsidenten, hätte Bin Laden nicht nachgesetzt, der Al-Qaida-Boss wäre mithin noch am Leben. Gestern ging es gleich weiter mit Obamas Versuch, den Konkurrenten sechs Monate vor dem Urnengang möglichst negativ zu definieren – und diesmal war die Schweiz dabei.

In einem neuen TV-Spot, der zuerst im hart umkämpften Mittwest-Staat Ohio gezeigt wurde, verweisen Obamas Strategen auf das inzwischen aufgelöste Schweizer Bankkonto des Republikaners, um ihn einmal mehr als reichen Snob zu definieren, der sein Geld auf verdächtige Weise ausser Landes geschafft habe. Tatsächlich dürften Romneys Konten in der Schweiz und auf den Cayman Islands nicht gut beim amerikanischen Wahlvolk ankommen, wenngleich keine Steuern hinterzogen wurden.

«Es gibt nur zwei Gründe für ein Schweizer Bankkonto»

Das Skript des TV-Spots beschuldigt Romney, er habe als Manager bei der Investmentfirma Bain Capital amerikanische Jobs «nach Mexiko und China» ausgelagert. Nicht viel besser sei er als Gouverneur gewesen: Während Romneys Amtszeit in Massachusetts habe er staatliche Arbeitsplätze in ein Callcenter nach Indien verpflanzt. Und das, so der Spot weiter, sei zu erwarten gewesen «von jemandem, der ein Schweizer Bankkonto hatte».

Obama wolle mit derlei grundlosen Anschuldigungen nur von seiner fehlgeschlagenen Politik ablenken, reagierte eine Vertreterin Romneys auf die Ausstrahlung der Werbung – worauf Obama-Sprecher Ben La Bolt prompt via Twitter zurückschoss: «Es gibt nur zwei Gründe für ein Schweizer Bankkonto: sich gegen den Dollar abzusichern oder zu vermeiden, einen fairen Anteil an Steuern zu bezahlen.» Nach Ohio soll der Spot in den kommenden Tagen auch in den Staaten Virginia und Iowa ausgestrahlt werden, die gleichfalls als politische Kampfzonen gelten. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.05.2012, 10:37 Uhr

46

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

46 Kommentare

Peter Müller

02.05.2012, 11:33 Uhr
Melden 164 Empfehlung 0

Wenn für Rickli im Dauerwahlkampf die Deutschen als Feindobjekte herhalten müssen, dann müssen im US-Wahlkampf halt Schweizer Bankkonten für Präsidentschaftskandidaten herhalten. Aber bitte hier jetzt nicht wieder einen auf Entrüstung machen. Wer austeilt, der muss auch einstecken können. Antworten


Mario Monaro

02.05.2012, 11:14 Uhr
Melden 146 Empfehlung 0

Die Schweizer Banken hatten international mal ein tadelloses Ansehen. Schade, dass der Lack blättert und sie jetzt vor allem als Schandmal hinhalten müssen. Aber sie sind selber nicht ganz unschuldig daran... Antworten



Ausland

Populär auf Facebook Privatsphäre

Verzeichnis- & Serviceportal

Marktplatz


Abopreise vergleichen

Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.

Jetzt wechseln und sparen

Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.

DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.

Online-Wettbewerb

Gewinnen Sie ein tropisches Wochenende in Frutigen.

Nicht von dieser Welt!

Entdecken Sie die arabische Märchenwelt aus 1001 Nacht!