«Das Gesicht der Rezession» hat wieder einen Job
Von Jan Knüsel. Aktualisiert am 26.04.2010
Paul Nawrocki heute. (Bild: Keystone )
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Als sich Paul Nawrocki nach seiner Entlassung als Import-Manager in einer Spielzeugfabrik 2008 eine Reklametafel mit der Aufschrift «Almost Homeless» («Fast obdachlos») über seinen Anzug hängte und in den Strassen von New York auf Jobsuche ging, wurde der heute 61-Jährige für die amerikanischen Medien zum «Gesicht der Rezession» und zur begehrten Interviewperson.
Eine Arbeit fand er trotzdem nicht, die Aufmerksamkeit schwand. Seine Frau war krank, mit der Hypothekenzahlung kam er bald nicht mehr nach. Das Ehepaar musste seine Zahlungsunfähigkeit erklären. Plötzlich waren sie auf Essenscoupons angewiesen.
Heute, nach 99 Wochen der Arbeitslosigkeit, hat Nawrocki wieder eine Stelle. Seinen berühmten Schnauz hat er sich abrasiert. Die Brille ist weg. Auch mit der US-Wirtschaft scheint es wieder aufwärts zu gehen. Letzten Monat wurden 162'000 neue Jobs geschaffen. Der erste signifikante Anstieg seit Beginn der Rezession.
Eine inspirierende Zeit
«Es war gut. Ich habe mich gut gefühlt», beschreibt Nawrocki seinen ersten Tag zurück an der Arbeit gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Noch sei er aber nicht über dem Berg. Mit einer Hypothek sei er über sechs Monate im Verzug. Sein Lohn hat sich von 100'000 auf 50'000 Dollar im Jahr halbiert.
Nawrocki fand seine Stelle übrigens nicht dank seiner Medienpräsenz, sondern ganz normal an einer Arbeitsmesse der Spielzeugindustrie. Trotzdem glaubt er, dass ihm seine Aktion mit der Reklametafel, zu der ihm seine 22-jährige Tochter geraten hatte, geholfen hat. Diese Zeit beschreibt er gegenüber der «New York Daily News» heute als «sehr inspirierend». (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.04.2010, 23:20 Uhr










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