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Chicago im Zeichen der Kriegsgegner

Aktualisiert am 19.05.2012 10 Kommentare

Vor dem grössten Treffen in der Geschichte der Nato haben Hunderte Demonstranten bereits einen Vorgeschmack auf weitere Kundgebungen geliefert. Die Polizei bringt sich nun für weit grössere Proteste in Stellung.

Im Alarmbereitschaft: Ein Polizist verständigt sich an der Occupy-Demonstration über Funk. (19. Mai 2012)

Im Alarmbereitschaft: Ein Polizist verständigt sich an der Occupy-Demonstration über Funk. (19. Mai 2012)
Bild: AFP

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Im Vorfeld des NATO-Gipfels in Chicago haben Demonstranten den Verkehr in der US-Metropole gestört. Begleitet von der Polizei zogen gestern unangemeldet Hunderte Protestierende durch das Finanzdistrikt der Stadt.

Sie forderten ein Ende von teuren Kriegseinsätzen, damit Regierungen in ihre Sozialsysteme investieren. In Chicago findet am Sonntag und Montag ein NATO-Gipfel – der grösste in der Geschichte des Militärbündnisses – statt, bei dem es unter anderem um den Militäreinsatz in Afghanistan geht.

Aktivisten im Finanzdistrikt

Bei der Aktion in der Innenstadt wurden nach Polizeiangaben zwei Personen festgenommen. Die Demonstranten zerstörten an einer Brücke ein NATO-Banner. Die Polizei geht davon aus, dass diese Aktion den Auftakt zu weiteren, wesentlich grösseren Demonstrationen bilden könnte.

An dem angemeldeten Demonstrationszug beteiligten sich den offiziellen Angaben zufolge Mitglieder der Occupy-Bewegung, Gewerkschafter und Veteranen mit der Forderung, durch eine sogenannte Robin-Hood-Steuer die Banken und Versicherungen an der Bewältigung der Folgen der Finanzkrise zu beteiligen. Aus dieser Demonstration, die weitgehend friedlich blieb, hatte sich ein kleiner Zug mit zum Teil vermummten Aktivisten gelöst. Sie waren unerlaubt in den Finanzdistrikt von Chicago gezogen.

G8-Gipfel angesichts drohender Proteste veregt

Zeitgleich kamen die Staats- und Regierungschef der G8-Länder in Camp David zusammen, dem Landsitz von US-Präsident Barack Obama, um über die Finanzkrise zu beraten.

Die US-Regierung hatte den ursprünglich ebenfalls in Chicago geplanten G8-Gipfel nach Camp David verlegt, um in der Heimatstadt von US-Präsident Barack Obama die Lage angesichts von erwarteten Protesten und der Anreise von Staats- und Regierungschefs aus mehr als 50 Ländern zu entspannen.

Gestern beteiligten sich insgesamt rund 3000 Menschen an Protestkundgebungen in Chicago. Eine grosse Demonstration gegen den NATO-Gipfel ist zum Auftakt am Sonntag geplant. Gestern wurden zeitweilig Zufahrtstrassen in die Stadt gesperrt, um die Anreise der Politiker nach ihrer Landung am Flughafen von Chicago zu sichern. Darunter war nach Angaben eines NATO-Vertreters auch der afghanische Präsident Hamid Karzai.

Erste Freilassung nach Festnahmen

Bereits am Mittwoch hatte die Polizei in Chicago neun Aktivisten der Occupy-Bewegung unter dem Verdacht festgenommen, den Bau von Molotow-Cocktails vorbereitet zu haben. Wie die Occupy-Rechtsbeistände mitteilten, wurden vier von ihnen bereits wieder auf freien Fuss gesetzt. Jetzt richten sich die Blicke der Polizei und der Organisatoren der Proteste auf Samstag, wenn eine Grossdemonstration mit mehr als 10'000 Menschen erwartet wird. (rbi/sda)

Erstellt: 19.05.2012, 09:36 Uhr

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10 Kommentare

maurus candrian

19.05.2012, 10:02 Uhr
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endlich auch amerikaner, welche gegen den terrorismus / völkermord der us-regierung und der nato gegen das afghanische volk demonstrieren. das us-regime, rasmussen und die spitze der us-armee müssten von einem internationalen tribunal abgeurteilt und für ihre verbrechen mit der höchststrafe (todesstrafe, analog zu den nürnberger-prozessen) belegt werden Antworten


urs bauer

19.05.2012, 11:26 Uhr
Melden 25 Empfehlung 0

Es wird ja immer ofensichtlicher, das unter dem Decknamen "Humanitäre Hilfe" die Nato tausenden von Menschen auf dem Gewissen hat. Es geht schon lange nicht mehr um den Schutz der westlichen Welt. Antworten



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