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«Auf einer Stufe mit Kolumbus»

Aktualisiert am 26.08.2012 26 Kommentare

Neil Armstrong war der erste Mensch, der seinen Fussabdruck auf dem Mond hinterliess, seine Worte von damals sind legendär. Jetzt ist der ehemalige US-Astronaut im Alter von 82 Jahren gestorben.

1/10 Eine Ikone des 20. Jahrhunderts ist nicht mehr: Neil Armstrong, Kommandant der Apollo-11-Mission und erster Mensch auf dem Mond, steht neben der Mondlandefähre Eagle. (20. Juli 1969)
Bild: Nasa/Reuters

   

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Neil Armstrong ist tot. Der erste Mensch auf dem Mond starb gestern im Alter von 82 Jahren an den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, wie seine Familie in Cincinnati im US-Staat Ohio mitteilte.

Mit seinen unvergessenen Worten «Das ist ein kleiner Schritt für den Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit» wurde Armstrong zum Helden des Raumfahrtzeitalters. Schätzungsweise 600 Millionen Menschen – damals ein Fünftel der Weltbevölkerung – verfolgten in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1969 mitteleuropäischer Zeit an Radio- und Fernsehgeräten die Mondlandung. Der ehemalige Kommandant der Apollo-11-Mission war erst Anfang des Monats, wenige Tage nach seinem 82. Geburtstag, am Herzen operiert worden.

Ein bescheidener Held

«Neil war einer der grössten amerikanischen Helden – nicht nur dieser Zeit, sondern aller Zeiten», sagte US-Präsident Barack Obama in einer vom Weissen Haus veröffentlichten Erklärung. Als Armstrong seinen Fuss auf den Mond gesetzt habe, habe er «einen Moment menschlicher Leistung geboten, die niemals vergessen werden wird». Apollo-11-Astronaut Collins sagte der Raumfahrtbehörde Nasa, er werde Armstrong schrecklich vermissen, wie deren Sprecher Bob Jacobs twitterte.

Nasa-Chef Charles Bolden erinnerte in einer ersten Reaktion auf Armstrongs Tod an dessen Bescheidenheit. «Solange es Geschichtsbücher gibt, wird Neil Armstrong darin enthalten sein», sagte Bolden. Auch die Bundesregierung würdigte die Leistungen Armstrongs. «Er steht in der Entdeckergeschichte der Menschheit auf einer Stufe mit Christoph Kolumbus», sagte der Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Peter Hintze. «Seine Worte auf dem Mond werden ewig im Gedächtnis der Menschheit bleiben.»

In diesen ersten Minuten auf dem Mond – dem Höhepunkt des Wettlaufs in den Weltraum zwischen den USA und der Sowjetunion – hielt Armstrong in einem, wie er sagte, «liebevollen Moment» inne, und hinterliess eine Plakette zu Ehren der Astronauten und Kosmonauten, die im Einsatz ums Leben gekommen waren.

Fast drei Stunden auf dem Mond

Gemeinsam mit dem Astronauten Edwin «Buzz» Aldrin verbrachte Armstrong fast drei Stunden auf dem Erdtrabanten, während das dritte Besatzungsmitglied Michael Collins mit dem Mutterschiff Columbia während der Landung der Fähre Eagle um den Mond kreiste. «Der Anblick war einfach wunderbar, jenseits jeder visuellen Erfahrung, die ich je gemacht hatte», sagte Armstrong einmal.

Mit der Landung 1969 erreichte das US-Raumfahrtprogramm das von Präsident John F. Kennedy im Mai 1961 ehrgeizig gesetzte Ziel, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond zu bringen. Kurz vor dieser Forderung hatte der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch die Erde im Weltraum umrundet.

Sechs Monate vor Ablauf dieser Frist funkte Armstrong dann auf die Erde: «Der Eagle ist gelandet», und das erleichterte Nasa-Kontrollzentrum antwortete: «Wir atmen wieder – danke.»

Auf Farm in Ohio geboren

Armstrong wurde am 5. August 1930 in Ohio auf der Farm seiner Grosseltern bei Wapakoneta als Sohn eines staatlichen Rechnungsprüfers geboren. Bereits mit 14 Jahren verdiente er sich Geld für Flugunterricht. An seinem 16. Geburtstag hielt er dann die ersehnte Fluglizenz in den Händen. Er begann ein Studium, um Flugzeugingenieur zu werden, kam zum Militärdienst, wurde zum Marineflieger ausgebildet und in den Koreakrieg geschickt. Dort flog er 78 Kampfeinsätze und wurde einmal abgeschossen, konnte sich jedoch mit dem Fallschirm retten. Hochdekoriert kehrte er 1952 an seine Universität zurück, beendete das Studium und wurde Forschungspilot.

1962 ereilte Armstrong ein schwerer Schicksalsschlag, als seine zweijährige Tochter Karen an Krebs starb. «Ich dachte, das Beste was ich in dieser Situation für mich tun konnte, war, meine Arbeit fortzusetzen, so normal wie eben möglich», hat Armstrong einmal in einem Interview gesagt.

Noch im selben Jahr wurde Armstrong unter 300 Bewerbern für das Astronautenprogramm der USA ausgewählt. Bereits 1957 war sein Sohn Eric auf die Welt gekommen, 1963 folgte dann Sohn Marc. Beide haben ihren Vater in jener Zeit nicht häufig zu sehen bekommen, wie dieser vor einigen Jahren einräumte. «Was ich bedauere, ist, dass meine Arbeit so viel Zeit kostete und so vieler Reisen bedurfte. Diese Zeit konnte ich nicht mit meiner Familie verbringen, als meine Kinder aufwuchsen», sagte er.

Mehrfach dem Tod entronnen

1966 gehörte er zu den Chefpiloten des Raumschiffs Gemini 8 beim ersten Dockmanöver mit einer Agena-Rakete. Als das Raumschiff wegen eines technischen Defekts ausser Kontrolle geriet, brachte Armstrong es wieder in die Umlaufbahn zurück und landete sicher im Atlantik. Seine Reaktionsfähigkeit rettete ihm auch am 6. Mai 1968 das Leben, als ein Trainings-Mondlandegerät auf einem Routineflug abstürzte und er mit einem Fallschirm abspringen konnte.

Nach der Apollo-11-Mission wurde Armstrong stellvertretender Leiter des Aeronautik-Büros der Raumfahrtbehörde Nasa in Washington. Aber bereits ein Jahr später verliess er die Behörde wieder und wurde Professor für Raumfahrt-Ingenieurwesen in Cincinnati und begann auf seiner Farm Vieh zu züchten und Mais anzubauen. (kle/AFP)

Erstellt: 25.08.2012, 21:25 Uhr

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26 Kommentare

Joachim Schippers

26.08.2012, 00:51 Uhr
Melden 98 Empfehlung 0

Nur wenige Menschen ragen aus der Masse empor. Neil Amstrong gehörte zweifelsohne dazu. Seine X-15 Flüge und der als erster Mensch den Mond betreten zu haben gehören zweifelsohne dazu. Er wird uns fehlen. Wie gerne würden wir alle eine Mondlandung heute sehen, was Amstrong, Aldrin, Collins damals erreicht haben, inspiriert uns noch heute zutiefst. Antworten


Mario Monaro

26.08.2012, 01:07 Uhr
Melden 54 Empfehlung 1

Wie lange wird es dauern, bis hier ein Kommentar auftaucht, der die ganze Mondlandung als Inszenierung bezeichnet? Hoffentlich kriegen die wenigstens keine Likes... Antworten



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