Ausland
Auf Schwarzenegger folgt ein Missionar
Aktualisiert am 03.01.2011 4 Kommentare
Schwarzeneggers Zukunft ist offen
Über seine Zukunftspläne hat der gebürtige Österreicher Schwarzenegger noch nicht entschieden, wie er kürzlich in mehreren Interviews sagte. Erwartet wird, dass er zunächst als Redner im Geschäft bleibt und eine Autobiografie schreibt. Aber der ehemalige Actionheld (»Terminator») hat auch eine Rückkehr zum Film nicht ausgeschlossen.
In seiner letzten wöchentlichen Radioansprache kurz vor der Amtsabgabe bedankte er sich bei den Bürgern, «für die Ehre, als Gouverneur gedient haben zu dürfen». «Ich kam vor vier Dekaden mit absolut nichts nach Kalifornien. Weil der Staat mich mit offenen Armen empfangen hat, habe ich alles erlangt. Meine Familie, meine Karriere, alle meine Erfolge», sagte er. Die Möglichkeit, dies als Gouverneur zurückgeben zu können, sei ein ihm innewohnender Traum gewesen, der wahr geworden sei. (sda)
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Die Amtszeit von Ex-Leinwandheld Arnold Schwarzenegger als Gouverneur von Kalifornien ist zu Ende. Als Nachfolger des Republikaners wurde am Montag der Demokrat Jerry Brown vereidigt.
Schon äusserlich ist der Unterschied zwischen den beiden gross. Der 72-Jährige Brown ist glatzköpfig und asketisch. Wichtiger aber: Während Schwarzenegger politisch unbeleckt war, als er seinen Job übernahm, ist der Demokrat Brown ein alter Hase.
Brown ist ein Karrierepolitiker
Er verfügt über langjährige Erfahrungen, von der Kommunalarbeit bis hin zu zwei früheren Amtsperioden als Gouverneur. Er ist ein Karrierepolitiker, aber hat es geschafft, nie wie einer zu klingen - mit seiner gehörigen Portion Populismus und missionarischem Eifer verbindet man ihn eher mit einer Basisbewegung als mit dem politischen Establishment.
Geboren wurde Brown am 7. April 1938 in San Francisco als Sohn von Edmund «Pat» Brown, dem einstigen kalifornischen Gouverneur und «Vater» des Autobahnnetzes in dem Staat.
Sohn Jerry besuchte ein Jesuitenseminar und absolvierte dann ein Jura-Studium an der Yale-Universität. 1970 übernahm er seinen ersten politischen Job im «Goldenen Staat» als Wahlaufsichtsbeamter.
1974 wurde er Gouverneur und vier Jahre später wiedergewählt. Seine Jahre in Sacramento gelten als besonders innovative Zeit für Kalifornien: So machte er seinen Staat zum Vorreiter bei alternativen Energien.
Ein «Spinner» an der Macht
Seine zum damaligen Zeitpunkt noch unkonventionellen Ideen wie strikte Umweltgesetze oder Satelliten zur Kommunikation in Notfällen trugen dem Weltraumfan bei seinen Kritikern den Spitznamen «Governor Moonbeam» ein - was etwa «Spinner» bedeutet.
Und auch Browns Lebensstil war ungewöhnlich: Er lebte nicht in der Gouverneursvilla, sondern in einer kleinen Mietwohnung, schlief auf einer Matratze auf dem Fussboden und fuhr einen Gebrauchtwagen. Die Freundin des strikten Vietnamkriegsgegners war die Country-Rock- Sängerin Linda Ronstadt.
Browns Frugalität schlug sich auch in einer strikten staatlichen Haushaltsführung wider. Unter ihm erwirtschaftete Kalifornien ein Plus - das lässt viele hoffen, dass er das jetzt von Schwarzenegger geerbte gigantische 20-Milliarden-Dollar-Defizit in den Griff bekommt.
Arbeit bei Mutter Teresa
Nach dem Ausscheiden aus dem Gouverneursamt hielt Brown Vorlesungen, leitete Delegationen nach China und in die damalige Sowjetunion, er studierte Spanisch in Mexiko, japanische Kultur sowie Zen-Buddhismus in Japan und arbeitete an der Seite von Mutter Teresa in Indien.
Drei Mal bewarb er sich vergeblich um die demokratische Präsidentschaftskandidatur und brachte dann als Bürgermeister die damals wegen hoher Kriminalität berüchtigte kalifornische Stadt Oakland auf Vordermann. Zuletzt, vor seiner nunmehr dritten Amtszeit als Gouverneur, war Brown Justizminister in Kalifornien.
«Ich habe immer noch den missionarischen Eifer, die Welt zu verändern», sagte er im November nach seinem Wahlsieg vor jubelnden Anhängern in Oakland. (miw/sda/AFP)
Erstellt: 03.01.2011, 21:40 Uhr
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