27'000 PR-Berater polieren Image der USA
Von Marc Brupbacher. Aktualisiert am 12.02.2009 5 Kommentare
Ihm reicht es: AP-Chef Tom Curley packt aus.
Associated Press (AP)
Associated Press (AP) ist eine Nachrichtenagentur mit Hauptsitz in New York City, die im Mai 1848 gegründet wurde. Von der Satzung her ist die Agentur ein genossenschaftliches Unternehmen. Die Zahl der Kunden wird auf rund 12'000 weltweit beziffert. AP hat heute 243 Büros in 97 verschiedenen Ländern und über 4000 Mitarbeiter.
Die Bush-Administration hat das US-Militär in eine globale Propaganda-Maschine verwandelt. Tom Curley, Chef der amerikanischen Nachrichtenagentur AP, kann dazu nicht mehr länger schweigen. Am Wochenende referierte er an der Universität von Kansas vor Journalisten über den Druck des US-Verteidigungsministeriums auf seine Berichterstatter in Kriegsgebieten wie Irak oder Afghanistan. Sein Fazit: «Es wird langsam unerträglich.» Hohe Generäle hätten gedroht, dass man die AP und ihn ruinieren werde, wenn die Reporter weiterhin auf ihren journalistischen Prinzipien beharren würden. Seit 2003 wurden bereits elf Journalisten der AP im Irak für mehr als 24 Stunden verhaftet.
27'000 PR-Berater kassieren 4,7 Milliarden Dollar
Das US-Militär hat seine Propagandaabteilung gewaltig ausgebaut. Nichts wird unversucht gelassen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Laut AP-Recherchen verfügt das Pentagon über 27'000 Personen, die ausschliesslich für die Öffentlichkeitsarbeit (PR, Werbung, Rekrutierung) zuständig sind. Zum Vergleich: Das gesamte US-Aussenministerium mit Hillary Clinton an der Spitze beschäftigt rund 30'000 Personen. Die PR-Maschinerie des Militärs kostet die Steuerzahler jährlich 4,7 Milliarden Dollar. Seit 2004 sind die Ausgaben um 63 Prozent gewachsen. Wozu diese Mittel genau eingesetzt werden, bleibt meist geheim.
PR-Zentrale auf abgelegenem Luftwaffen-Stützpunkt
Eine für den Informationskrieg zuständige Dienststelle namens «Joint Hometown News Service» befindet sich nach AP-Informationen auf einem früheren Luftwaffen-Stützpunkt in San Antonio, Texas. Dort würden Wort- oder Bildberichte produziert, die man unter falscher Quellenangabe den Medien zuspielt.
Für 2009 sei die Herausgabe von 5400 Pressemitteilungen, 3000 Fernsehspots und 1600 Rundfunkinterviews geplant – doppelt so viel wie noch vor zwei Jahren. Dieser Service ist nur ein kleiner Ausschnitt des ständig wachsenden Pentagon-Medienimperiums. Schon jetzt ist es grösser als die allermeisten Pressekonzerne der USA.
AP-Chef Tom Curley plädiert für neue klare Regeln im investigativen Journalismus. «Denn wir sind die einzige Kraft, welche die Regierung zu überprüfen vermag.» (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.02.2009, 22:06 Uhr
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5 Kommentare
Der ganze Nahost-Krieg der USA baut auf einem Lügengebäude, das sollte jedem klar sein, der sich mit Nahostpolitik beschäftigt. Der Fall Irangate lässt Grüssen. Die letzten noch getätigten Attacken der Bush-Administration gegen den Iran zeigt typisch eine solchen Lügenkonstruktion auf - und alle glauben es. Wie war es doch mit den Recherchen im Irak betreffend A-C-Waffen ? Nichts wurde gefunden. Antworten
Der letzte Absatz ist ganz großer Käse und sehr peinlich für den Artikelautor. Sie sollten lieber noch einmal nachlesen, wofür die Internet-Truppe der Bundeswehr eingesetzt werden soll. (-> Cyberdefense/attack/recon) Eine Verwendung zur Pressearbeit zu implizieren ist schlichtweg der Brüller! Antworten
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