Der grosse Abgesang

Das Woodrock-Festival verabschiedet sich mit einer dreitägigen Best-of-Party aus der Festivallandschaft.

Kummer im Wald: Kummerbuben.

Kummer im Wald: Kummerbuben. Bild: zvg

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Ein Faible fürs Antizyklische hatten die Macher des Woodrock-Festivals schon immer. Das begann schon 1994, als eine Handvoll Hobbymusikanten beschloss, auf einem Waldstück auf der Moosegg, weit weg von Zivilisation und Hippness, ein hippes Freiluft-Musikfestival aus dem Boden zu stampfen. In der Musikszene gilt es mittlerweile als eines der schönsten der Schweiz, ebenso unter den Besuchern, mit dem kleinen Vorbehalt, dass die Schönheit auch ein bisschen von der Witterung abhängig sei.

Und nun, in einer Zeit, in der praktisch alle Open Airs des Landes Rekordzahlen verbuchen, kündigt das Woodrock seine letzte Austragung an, nicht ohne selber auch einen Vorverkaufsrekord vermelden zu können: Am letzten Woodrock wird die bisherige Rekordbesucherzahl um ein Fünffaches übertroffen werden.

Zu starke Konkurrenz

Trotzdem: Der Entscheid, mit dem Festival aufzuhören, sei definitiv, versichert Mitorganisator Nick Werren. Man habe in den letzten Jahren zunehmend Mühe gehabt, genügend Leute auf den «Hoger» zu bringen, wiederholt habe ein rosarotes Minus die Buchhaltung belastet. «Die Konkurrenz durch kommerziell ausgerichtete Barfestivals und andere Käferfeste in der Umgebung ist immer grösser geworden», sagt Werren.

Und so schön es sei, dass die Besucherzahl bei der letzten Austragung explodieren wird – diese Liebesbekundung komme nun halt ein bisschen zu spät. Dem Ruf, eines der geschmackssichersten Provinz-Open-Airs der Schweiz zu sein, wird das Woodrock auch mit der letzten Ausgabe gerecht.

Das Programm liest sich wie ein Katalog bekömmlichster Berner Musikkunst: Die Berner Discokugel-Elektroniker Fiji werden den Donnerstag veredeln. Am Freitag gibts das Rock-’n’-Party-Konglomerat Chica Torpedo, Monofones, Kummerbuben und Treekillaz. Und der Samstag wartet neben vielem anderem mit den Lokalhoheiten Hot Running Blood, Trummer/Wicky/Weyermann, Tomazobi, Bubi Eifach, Greis/Baze/Diens und Mani Porno auf. (Der Bund)

Erstellt: 04.07.2013, 08:46 Uhr

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