Coltrane, grossorchestral

Von Georg Modestin. Aktualisiert am 26.04.2012

George Gruntz, der Basler Grossmeister des internationalen Big-Band-Jazz, hat sich in seinem jüngsten Projekt der Musik des legendären John Coltrane angenommen.

George Gruntz feiert in wenigen Wochen seinen 80. Geburtstag. Dass seine Schaffenskraft ungebrochen ist, stellt er mit «Dig My Train» unter Beweis.

George Gruntz feiert in wenigen Wochen seinen 80. Geburtstag. Dass seine Schaffenskraft ungebrochen ist, stellt er mit «Dig My Train» unter Beweis.
Bild: zvg

Konzertdaten

Kultur- und Kongresszentrum Thun Mittwoch, 2. Mai, 20 Uhr.

In wenigen Wochen feiert der Pianist, Komponist, Arrangeur und Bandleader George Gruntz seinen achtzigsten Geburtstag. Der Basler Musiker mit dem internationalen Wirkungskreis erfreut sich einer beneidenswerten Schaffenskraft, die er mit seinem neusten Projekt «Dig My Train» unter Beweis stellt. Wie der Name antönt, handelt es sich dabei um eine Auseinandersetzung mit dem grossen John Coltrane, den der junge Gruntz selbst erleben durfte.

Kluge Arrangements

Das Besondere an «Dig My Train» ist, dass Gruntz, der für sämtliche Arrangements verantwortlich zeichnet, die Musik des ausgesprochenen Combo-Mannes Coltrane in ein grossorchestrales Format überträgt. Es versteht sich von selbst, dass Gruntz’ Bearbeitungen nicht die knisternde Erregung transportieren (können), die Coltranes Originalen in den frühen Sechzigerjahren innewohnte. Dafür besitzt die von der Big Band des Norddeutschen Rundfunks interpretierte Musik eine eigene Qualität. Diese machen verschiedene Faktoren aus, in erster Linie natürlich Gruntz’ kluge Arrangements: Darin alternieren mehrschichtige Texturen, die ebenso dicht wie transparent wirken, mit dem unabdingbaren Soloraum.

Letzterer wird von den Mitgliedern der NDR Big Band, mit der Gruntz seit Jahrzehnten künstlerisch verbunden ist, inspiriert ausgefüllt. Gruntz’ Coltrane-Projekt ist unter seinem Titel «Dig My Train» bei TCB als Album erschienen. Dazu tourt das Orchester unter der Leitung des Jubilars durch Deutschland und die Schweiz, wobei es auch in Thun haltmacht. Ein passenderes Geburtstagsgeschenk hätte sich der Maestro nicht machen können. (Der Bund)

Erstellt: 26.04.2012, 10:08 Uhr

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