Dunkelprofis und Liederschreiber

Zehn Jahre Blinde Insel: Das temporäre Dunkelrestaurant feiert diesen Anlass mit einem Aufgebot an hiesigen Künstlern.

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Da war diese riesige, unbeheizte Halle in der Reitschule. «Wir haben uns gefragt, was man in den Wintermonaten damit machen kann», sagt Giorgio Andreoli, der für die Programmation der Grossen Halle verantwortlich zeichnet. Bald stand die Idee eines Restaurants, in dem die Gäste unter kurzzeitigem Verzicht auf ihr Augenlicht dinieren – die Blinde Insel. «An der Expo gab es diesen Dunkelraum – der hat uns inspiriert. Dazu haben uns die Betreiber des Lokals Blinde Kuh mit dem nötigen Know-how versorgt, das es braucht, um ein Dunkelrestaurant zu betreiben.»

Seit zehn Jahren verhüllt das Team um Andreoli regelmässig zur kalten Jahreszeit die Fenster der Grossen Halle, um den Gästen während sechs Wochen in völliger Finsternis ein abendliches Drei-Gang-Menü zu servieren. Und seit zehn Jahren läuft es «sehr gut». Der Grund für den Erfolg der Blinden Insel sieht Andreoli im Gesamterlebnis dieses ungewohnten Perspektivenwechsels. «Wichtig ist, dass sich die Leute Zeit nehmen dafür.»

Früher habe man zum Essen Geschichten ab Band abgespielt, etwa solche von Franz Hohler. Nun hat man zum ersten Mal künstlerische Gäste eingeladen, die während der Gänge für akustische Unterhaltung sorgen – darunter der Musiker Simon Ho, Steff la Cheffe, Sängerin und Liederschreiberin Pamela Méndez oder das Spoken-Word-Duo Eva & Maria.

Den kulinarischen Part übernehmen die Köche des Catering-Unternehmens Eventmakers und des Biohofs Heimenhaus. Serviert werden die angerichteten Teller von einem Gastro-Team, bestehend aus sehbehinderten und blinden Menschen – «Dunkelprofis», wie sie Andreoli nennt.

Reitschule Donnerstag, 7. 11., ab 19 Uhr. Weitere Termine: www.grossehalle.ch (Der Bund)

(Erstellt: 07.11.2013, 10:32 Uhr)

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