Bern

Verbände bringen Bürgerliche an einen Tisch

Aktualisiert am 19.01.2010

Die Berner Wirtschaftsverbände haben am Dienstag versucht, den Graben zwischen den Bürgerlichen im Kanton Bern zuzuschütten. An einer Medienkonferenz präsentierten sich die fünf Regierungsratskandidaten gemeinsam.

Ausserhalb dieses Rahmens sind aber die Bürgerlichen nicht ganz so einig. SVP und BDP dürften nach dem für beide Seiten schmerzhaften Abspaltungsprozess im Jahr 2008 nicht gemeinsam zu den Wahlen Ende März antreten. Und die FDP signalisierte, sie trete nur mit beiden gemeinsam an.

Die Wirtschaftsverbände gingen davon aus, dass weder SVP noch FDP noch BDP auf sich allein gestellt eine Chance hätten, eine Majorzwahl im ersten Wahlgang für sich zu entscheiden, sagte Kathrin Anderegg-Dietrich, Präsidentin des Verbandes Berner KMU sagte laut Redetext.

Es brauche deshalb einen Zusammenschluss, bei allen Differenzen in Einzelfragen.

Vertreter der Wirtschaftsverbände wandten sich am Dienstag gegen die rot-grüne Mehrheit in der Kantonsregierung. Diese entspreche nicht den politischen Kräfteverhältnissen im Kanton. Deshalb brauche es wieder eine bürgerliche Wende. Auch im Parlament müssten die Bürgerlichen gestärkt werden.

Zur Erinnerung: bei den letzten Wahlen 2006 mussten die Bürgerlichen ziemlich Federn lassen. Die SVP gehörte zu den grossen Verlierern, aber auch die SP musste Einbussen hinnehmen. Zu den grossen Gewinnern gehörten die Grünen.

Die fünf bürgerlichen Regierungsratskandidaten präsentierten erneut ihre bekannten Positionen zur Wirtschafts- und Steuerpolitik, Energiefragen, Sicherheit und Gesundheitspolitik.

Die Bürgerlichen fordern unter anderem Steuersenkungen, Massnahmen gegen die Kostenexplosion im Gesundheitswesen oder mehr Sicherheit im öffentlichen Raum. Sie befürworten ausserdem die Nutzung von Kernenergie.

Zur Wahl stellen sich die beiden bisherigen Regierungsräte Hans- Jürg Käser (FDP) und Christoph Neuhaus (SVP). Die FDP schickt weiter den Bernjurassier Sylvain Astier ins Rennen, die SVP Albert Rösti. Die BDP tritt mit der Seeländerin Beatrice Simon an.

Dem Komitee, das am Dienstag die fünf Kandidierenden präsentierte, gehören der Verband Berner KMU, der Handels- und Industrieverein, Gastrobern, der Hauseigentümerverband, der Kantonalverband bernischer Arbeitgeberorganisationen und die landwirtschaftliche Organisation Lobag an. (el/sda)

Erstellt: 19.01.2010, 12:25 Uhr

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