So viele Kandidaten wie noch nie
Von Reto Wissmann. Aktualisiert am 13.01.2010
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Noch nie waren die 160 Sitze im bernischen Kantonsparlament so begehrt: Innerhalb der Anmeldefrist haben sich bis gestern insgesamt 620 Frauen und 1317 Männer auf 133 Listen eingeschrieben. Dies sind 247 Kandidierende und 28 Listen mehr als noch vor vier Jahren — laut Staatskanzlei ein neuer Rekord. Auf einen zur Verfügung stehenden Sitz kommen in diesem Jahr gut 12 Kandidierende, vor vier Jahren waren es weniger als 11. Den grossen Ansturm begründet die Staatskanzlei mit der Gründung neuer Parteien sowie der Neueinteilung der Wahlkreise. Bei den neuen Parteien muss vor allem mit der BDP sowie den Grünliberalen gerechnet werden. Die von der SVP abgespaltene BDP tritt in allen Wahlkreisen an, im Emmental sogar mit zwei Listen. Auch die junge Grünliberale Partei ist vom Berner Jura bis ins Oberland überall mit einer eigenen Liste vertreten. Gewählt wird am 28. März erstmals in den neuen neun Wahlkreisen, bisher waren es acht.
Frauenanteil leicht gesunken
Der Frauenanteil ist mit 32 Prozent leicht zurückgegangen. Bei den letzten kantonalen Wahlen betrug er 33,6 Prozent. Von den bisherigen Grossrätinnen und Grossräten kandidieren 24 nicht wieder. Damit ist der Anteil Bisheriger auf den Listen mit 85 Prozent deutlich höher als vor vier Jahren (78 Prozent). Unter den Zurücktretenden finden sich bekannte Namen wie die amtierende Grossratspräsidentin Chantal Bornoz (sp) aus La Heutte, die Stadtberner Schulamtsleiterin Irene Hänsenberger (sp), Gastrosuisse-Zentralpräsident Klaus Künzli (fdp) aus Ittigen, Gesundheitspolitiker Daniel Pauli (bdp) aus Schliern oder die frühere Präsidentin der Steuerungskommission Therese Bernhard (bdp) aus Worb.
Aber auch unter den neu kandidierenden finden sich prominente Figuren wie Luc Mentha (sp), Gemeindepräsident von Köniz, Elisabeth Zäch (sp), Stadtpräsidentin von Burgdorf, Mathias Tromp (bdp), ehemaliger Direktor der BLS oder Pierre Mettraux, Künstler und Gemeinderat von Heimiswil, der auf einer eigenen Liste kandidiert.
Neu treten auch verschiedene unbekannte Kleingruppierungen unter Namen wie Kein Klimaschaden aus Bern, Die Eidgenossen oder Pro Freiheit + IG Freie Schweizer Wirte an. (Der Bund)
Erstellt: 13.01.2010, 15:02 Uhr
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