Bern

SVP legt im Jura zu, drei Bisherige abgewählt

Von Lisa Stalder. Aktualisiert am 29.03.2010

Umbruch im Berner Jura: Mit Annelise Vaucher, Christian Vaquin und Marc Früh sind gleich drei Bisherige abgewählt worden. Die SVP ist wieder stärkste Partei.

Der Wahlkreis ist zwar derselbe geblieben, trotzdem hat sich im Berner Jura einiges verändert: Während sich die SVP vor vier Jahren der autonomistischen PSA um Zugpferd Maxime Zuber geschlagen geben musste, hat sie bei den diesjährigen Wahlen ihre einstige Vormachtstellung wieder zurückerobern können. Mit einem Wähleranteil von 22,7 Prozent liegt die SVP wieder vor der PSA, die 20,5 Prozent der Stimmen erhielt – 3,1 Prozentpunkte weniger als noch 2006. Für die SVP werden neben dem Bisherigen Jean-Michel Blanchard Manfred Bühler und Pierre-André Geiser Einsitz in den Grossen Rat nehmen. Zwar wurde die PSA von der SVP geschlagen, doch immerhin erzielte Maxime Zuber, der prominente Stadtpräsident von Moutier, das beste Einzelergebnis. Er erhielt 4287 Stimmen. Auch die zwei anderen Bisherigen, Irma Hirschi und Jean-Pierre Aellen, wurden deutlich wiedergewählt. Hirschi ist die einzige Frau aus dem Berner Jura, die im Grossen Rat Einsitz nehmen wird.

SP und FDP behalten ihre Sitze

Drittstärkste Partei ist wie vor vier Jahren die SP mit 13,2 Prozent der Wählerstimmen. Neben dem Bisherigen Roberto Bernasconi zieht neu Francis Daetwyler in das Kantonsparlament ein. Während die FDP in vielen anderen Wahlkreisen dramatische Verluste hinnehmen musste, konnte sie im Berner Jura ihre beiden Sitze verteidigen (12,8 Prozent Wählerstimmen). Regierungsratskandidat Sylvain Astier erhielt mit 3309 Stimmen lediglich 17 Stimmen weniger als Bühler, der bestgewählte der SVP. Der zweite Freisinnige ist Dave von Kaenel. Auch bei den Grünen bleibt alles beim Alten: Pierre Amstutz konnte seinen Sitz ohne Probleme verteidigen. Neu wird der EVP-Mann Patrick Gsteiger in den Grossen Rat einziehen.

Prominente Abgewählte

Gsteigers Wahl ging auf Kosten von EDU-Grossrat Marc Früh. Die beiden Parteien waren eine Listenverbindung eingegangen; für einen zweiten Sitz reichte es aber bei Weitem nicht. Neben Früh gab es ein weiteres prominentes Opfer: Die zur BDP übergetretene Annelise Vaucher konnte ihren Sitz nicht verteidigen. Die 2558 Stimmen, die sie erhielt, hätten zwar ohne Weiteres für einen Sitzgewinn gereicht, doch mit einem Wähleranteil von 6,1 Prozent fehlten der BDP 1,6 Prozentpunkte zum Sitzgewinn. Abgewählt wurde auch der Separatist Christian Vaquin von der Entente, die mit der PSA eine Listenverbindung eingegangen war. Chancenlos waren auch die kleinen Parteien: Die Grünliberalen erhielten 0,9 Prozent der Wählerstimmen, die Piraten-Partei schaffte es lediglich auf 0,6 Prozent. (Der Bund)

Erstellt: 29.03.2010, 09:00 Uhr

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