Bern

SP und Grüne verteidigen Regierungsmehrheit

Von Stefan Wyler. Aktualisiert am 29.03.2010

Bernhard Pulver, Barbara Egger, Andreas Rickenbacher und Philippe Perrenoud haben die rot-grüne Mehrheit im Regierungsrat souverän verteidigt. Beatrice Simon konnte den BDP-Sitz halten. Der FDP-Jura-Kandidat Sylvain Astier scheiterte klar.

Die sieben Gewählten: Christoph Neuhaus (svp), Philippe Perrenoud (sp), Andreas Rickenbacher (sp), Beatrice Simon (bdp), Barbara Egger (sp), Bernhard Pulver (grüne), Hans-Jürg Käser (fdp). (Adrian Moser)

Die sieben Gewählten: Christoph Neuhaus (svp), Philippe Perrenoud (sp), Andreas Rickenbacher (sp), Beatrice Simon (bdp), Barbara Egger (sp), Bernhard Pulver (grüne), Hans-Jürg Käser (fdp). (Adrian Moser)

Rot-Grün behält die Mehrheit in der Regierung des mehrheitlich bürgerlich wählenden Kantons Bern – und das linke Quartett hat seine eigentlich paradoxe Vormachtstellung klar verteidigt: Drei rot-grüne Politiker lagen in der Endabrechnung vorne. Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (grüne) erreichte nicht ganz überraschend das beste Resultat – vor Baudirektorin Barbara Egger (sp) und Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher (sp). Der bisherige Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (fdp) folgte auf dem vierten Platz, Justizdirektor Christoph Neuhaus (svp) auf Rang fünf. Beatrice Simon (bdp) verteidigte für ihre Partei den so wichtigen Regierungssitz und holte Platz sechs. Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud (sp) schliesslich, von vielen als Zitterkandidat betrachtet, wurde mit dem siebtbesten Resultat wiedergewählt.

SVP holt keinen zweiten Sitz

Die SVP verfehlte ihr Ziel, einen zweiten Regierungssitz zurückzuholen. Albert Rösti, der Direktor des Schweizer Milchproduzentenverbands, lag am Ende rund 7000 Stimmen hinter dem siebten Platz zurück. Auch die Spekulationen, der Bauernliebling Rösti könnte am Ende den bisherigen SVP-Mann Neuhaus verdrängen, erwiesen sich als haltlos. Rösti vermochte sich nur in zwei Oberländer Verwaltungskreisen vor Neuhaus zu setzen. Und im Verwaltungskreis Bern-Mittelland distanzierte Neuhaus Rösti klar.

Perrenouds grosser Sieg

Viel war im Vorfeld der Wahl um den Jurasitz spekuliert worden, jenes Mandat, das laut Kantonsverfassung dem Berner Jura garantiert ist und für das besondere Spielregeln gelten: Als Inhaber des Jurasitzes gilt, wer das höchste geometrische Mittel aus den Stimmen im ganzen Kanton und den Stimmen im Berner Jura erreicht.

Alles Rechnen aber war diesmal unnötig. Der Jurakandidat des bürgerlichen Lagers, Grossrat Sylvain Astier (fdp, Moutier), scheiterte mit seinem Angriff auf Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud klar. Perrenoud wurde auch ohne besondere Jura-Spielregel als Siebtbester gewählt, und er war sowohl im Gesamtkanton wie auch im Berner Jura der bestgewählte Bernjurassier.

Im Gesamtkanton erreichte Perrenoud ganze 35 000 Stimmen mehr als Astier. Besondere Genugtuung aber dürfte ihm das Resultat aus dem Berner Jura verschaffen. Perrenoud erzielte mit 5169 Stimmen das klare Spitzenresultat, deutlich vor Sylvain Astier (3890 Stimmen) und dem bekannten Separatisten Maxime Zuber (psa, 3590 Stimmen). Vor vier Jahren noch hatte Zuber (mit 4900 Stimmen) Perrenoud (mit 3672 Stimmen) im Berner Jura klar auf Platz zwei verwiesen.

Fast alle gewannen einen Kreis

Mit Ausnahme von Andreas Rickenbacher konnten sich alle gewählten Regierungsräte in mindestens einem Verwaltungskreis als Sieger feiern lassen. Bernhard Pulver erreichte das beste Resultat in den Kreisen Bern-Mittelland und Thun, Barbara Egger obsiegte in den Kreisen Biel und Interlaken-Oberhasli, Christoph Neuhaus war Erster im Kreis Emmental, Philippe Perrenoud im Berner Jura, Hans-Jürg Käser triumphierte im Oberaargau, Beatrice Simon im Seeland.

Der nicht gewählte SVP-Kandidat Rösti schliesslich kann sich damit trösten, dass es in den Verwaltungskreisen Frutigen-Nidersimmental und Obersimmental-Saanen sein Name war, der am meisten auf die Wahllisten geschrieben wurde.

Tiefe Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung war, wie bei Berner Regierungsratswahlen üblich, nicht berauschend. Am Wahlgang beteiligten sich 221 406 Stimmende, das sind 31,4 Prozent der Stimmberechtigten. Die Stimmbeteiligung lag damit aber immerhin leicht höher als vor vier Jahren, damals betrug sie 29,7 Prozent. (Der Bund)

Erstellt: 29.03.2010, 08:19 Uhr

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