Bern

Rot-grüne Regierungsräte stellen sich zur Wiederwahl

Aktualisiert am 20.01.2010

Barbara Egger-Jenzer, Philippe Perrenoud, Bernhard Pulver und Andreas Rickenbacher wollen die rot-grüne Mehrheit in der Kantonsregierung an den Wahlen im März 2010 verteidigen.

Barbara Egger, Philippe Perrenoud, Bernhard Pulver und Andreas Rickenbacher (v. l.) treten zur Wiederwahl an. (Adrian Moser)

Barbara Egger, Philippe Perrenoud, Bernhard Pulver und Andreas Rickenbacher (v. l.) treten zur Wiederwahl an. (Adrian Moser)

Die Kandidaten zeigten sich am Donnerstag vor den Medien hochmotiviert. Allerdings fiel der Entscheid für eine erneute Kandidatur nicht allen gleich leicht.

Der bernische Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher hat sich erst während der Sommerpause definitiv für eine Kandidatur entschieden. «Der Entschluss ist mir schwerer gefallen, als viele annehmen», sagte der SP-Politiker.

Politik oder Familie

Zwar sei die Arbeit als Regierungsrat spannend, doch der Preis sei hoch. «In meinem Fall bedeutet dies insbesondere, dass ich in meiner Familie mit den beiden kleinen Töchtern nicht jene Rolle spielen kann, die ich mir eigentlich wünsche.»

Den Entscheid für die Kandidatur um eine zweite Amtszeit habe er zusammen mit seiner Familie gefällt, sagte Rickenbacher. Auch Baudirektorin Barbara Egger-Jenzer, die als einzige im Viererteam bereits zum dritten Mal antritt, hat es sich gut überlegt.

«Allerdings bin ich in zeitlichen Fragen eher konservativ», sagte die SP-Vertreterin. Vor der politischen Karriere habe sie 15 Jahre als Anwältin gearbeitet, und acht Jahre als Regierungsrätin seien noch nicht genug, sagte die Vorsteherin der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion.

Kampf um den Berner Jura

Schon seit Beginn seiner Amtszeit war dagegen für Philippe Perrenoud klar, dass er sich am 28.März 2010 zur Wiederwahl stellt. Der Gesundheits- und Fürsorgedirektor will den Sitz verteidigen, der für den Berner Jura in der Kantonsregierung reserviert ist.

Angesichts der Kräfteverhältnisse zwischen den Parteien liege der Schlüssel zur rot-grünen Mehrheit im Berner Jura, sagte der SP- Vertreter. Perrenoud ist überzeugt, diesen Sitz halten zu können. Er habe im Berner Jura selbst ausserhalb des linken Lagers Zuspruch erhalten.

Als Vertreter einer Minderheit in der rot-grünen Mehrheit stellt sich auch der Grüne Bernhard Pulver für eine zweite Amtszeit zur Verfügung. Der bernische Erziehungsdirektor zog eine positive Zwischenbilanz. «Dies, obwohl ich heute doch ein paar graue Haare mehr habe als vor drei Jahren», sagte er.

Der rot-grüne Wahlsieg im Jahr 2006 sei für einige eine Überraschung, für andere eine Wahlpanne gewesen. «Unsere Arbeit war jedoch kein rot-grünes Strohfeuer, sondern von Anfang an auf lange Frist angelegt», sagte Pulver.

Politische Prioritäten

Die Wirtschaftskrise, die auch den Kanton Bern erfasst hat, dürfte im Wahlkampf eine Hauptrolle spielen. Die Situation sei für viele schwieriger geworden, räumte Irène Marti Anliker ein, Präsidentin der SP des Kantons Bern. Doch nicht die Regierung, sondern die weltweite Finanzkrise sei daran Schuld.

Zu den politischen Prioritäten für die nächste Amtszeit zählen etwa ein griffiges Energiegesetz und ein verbesserter Hochwasserschutz. Das Viererteam will sich auch für eine aktive Wirtschaftspolitik, die Bekämpfung von Armut, insbesondere bei Familien, und für bezahlbare Gesundheitskosten einsetzen.

Wie am Vortag bekannt wurde, wird der bernische Finanzdirektor Urs Gasche (bdp) nicht mehr zu den Wahlen antreten. Die bernische SVP stellte am Dienstag ihr Zweierticket vor. Sie steigt mit dem Vorsteher der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion, Christoph Neuhaus, und dem Neuling Albert Rösti ins Rennen.

Die bernische FDP nominiert ihre Kandidaten am 2. September in Gstaad, wie die Partei am Donnerstagabend mitteilte. Als gesetzt gilt erst der amtierende Regierungspräsident Hans-Jürg Käser. (bs/sda)

Erstellt: 20.01.2010, 14:35 Uhr

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