Oberaargau: SVP bleibt stark, Kleine gehen leer aus
Von Rahel Bucher. Aktualisiert am 29.03.2010
Im Oberaargau haben sich die Verhältnisse gedreht. Der grosse Wahlverlierer aus dem Jahr 2006, die SVP, ist der Sieger der diesjährigen Grossratswahlen, während die Sieger der letzten Wahlen – Grüne und EDU – leer ausgehen. Dieser Vergleich ist möglich, obwohl die Verwaltungsreform im Kanton Bern, die am 1. Januar in Kraft getreten ist, im Oberaargau zu spürbaren Veränderungen geführt hat. Der Wahlkreis Oberaargau verlor das Fraubrunnenamt an den Wahlkreis Mittelland und die Region Burgdorf ans Emmental. Damit wurde er geradezu halbiert. Statt auf 25 Grossratsmandate wie im Jahr 2006 hat der Verwaltungskreis neu nur noch Anspruch auf 12 Sitze. Vergleiche mit den letzten Wahlen sind daher schwierig.
Trotzdem zeigt sich nach den gestrigen Wahlen, dass die SVP trotz Verlusten an die BDP mit einem Wähleranteil von 31,3 Prozent stärkste Kraft im Oberaargau bleibt. Sie ist mit vier Sitzen im Grossen Rat vertreten. Am meisten Stimmen erhielt Christian Hadorn (7832), der bereits seit acht Jahren im Grossen Rat ist. Auch Käthi Wälchli-Lehmann bleibt SVP-Grossrätin. Abgewählt wurde dagegen Peter Andres, der im Januar den verstorbenen Rudolf Bieri-Lüthi ersetzt hatte. Nicht mehr für die SVP, sondern für die BDP hat Dieter Widmer kandidiert, der seit 16 Jahren im Grossen Rat politisiert. Er habe sich für eine weitere Kandidatur entschieden, um der Partei zu dienen, sagte er im Vorfeld der Wahlen. «Ich bin der einzige BDP-Grossrat im Oberaargau.» Gestern hat er mit der Wahl von Monika Gygax-Böninger Verstärkung erhalten. Die BDP wird mit einem Stimmenanteil von 16,2 Prozent drittstärkste Partei im Oberaargau.
SP bleibt zweitstärkste Partei
Obwohl die SP mit einem Stimmenanteil von 17,5 Prozent und drei Sitzen im Rat zweitstärkste Partei bleibt, ist sie am schwächeln. Im früheren Wahlkreis Oberaargau kam sie noch auf einen Wähleranteil von 25,7 Prozent. Erfolgreich wiedergewählt wurden Markus Meyer und Nadine Masshardt, die vor vier Jahren als Jüngste in den Grossen Rat gewählt wurde. Nicht mehr gewählt wurde Dorette Balli-Straub. An ihrer Stelle hat Adrian Wüthrich die Wahl in den Rat geschafft. Kaum Veränderungen gab es bei der FDP. Sowohl Katrin Zumstein als auch Hans Baumberger (fdp) wurden wiedergewählt.
Keinen Erfolg hatten dagegen die kleineren Parteien. Am härtesten getroffen hat es die Grünen, die bei den letzten Wahlen noch zu den Gewinnern gezählt hatten. Mit der Abwahl von Grossrätin Johanna Schlegel konnten sie bei einem Wähleranteil von 5,1 Prozent ihren Sitz nicht mehr halten. Auch die EVP musste Verluste einstecken. Ihr Wähleranteil lag bei den letzten Wahlen noch über 10 Prozent, gestern kam sie nur noch knapp über 8 Prozent (inklusive JEVP). So hat sie mit der Abwahl von Reto Steiner neu nur noch eine Vertretung im Parlament: Daniel Steiner-Brütsch, der erst seit Juni 2008 im Grossen Rat ist.
Keine Chancen hatten die EDU mit einem Wähleranteil von 4,6 Prozent, die Grünliberalen (glp) mit 3,4 Prozent der Stimmen und die rechtsradikale Pnos mit 1,8 Prozent. (Der Bund)
Erstellt: 29.03.2010, 08:58 Uhr
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