Bern

Der Gesundheitspolitiker aus Lengnau

Von . Aktualisiert am 09.03.2010

Ihn hatte niemand auf der Rechnung, und überrascht war man nach Ablauf der Regierungsrats-Bewerbungsfrist auch bei seiner Partei, der CVP.

Einigermassen konsterniert nahm diese zur Kenntnis, dass Josef Rothenfluh kandidiert – obwohl er parteiintern gegen Alexandra Perina klar unterlegen war. Die Berner CVP schloss den Lengnauer Ortsparteipräsidenten darauf umgehend aus der Partei aus und strich ihn von der Grossratswahlliste.

Der 52-jährige Rothenfluh aber sieht seine Kandidatur nicht als Kandidatur gegen Perina oder seine Partei – er will mit dieser vielmehr für seine Ideen in der Gesundheitspolitik werben.

Rothenfluh, Geschäftsführer einer Consultingfirma und Präsident des «Gesundheits Club Schweiz», arbeitet seit Jahren, wie er erklärt, an Lösungen zur Eindämmung der stetig steigenden Kosten im Gesundheitswesen. Er hat ein Modell skizziert, in dem drei privatrechtliche marktwirtschaftliche Unternehmen in der Schweiz den Gesundheitsmarkt bearbeiten. Rothenfluh plädiert für die Stärkung der Gesundheitsförderung, die Hebung der Lebensqualität, eine Abkehr von der «reinen Reparaturmedizin». Politiker, die den Lengnauer Kandidaten kennen, sehen in Rothenfluh einen engagierten Idealisten; an der Praktikabilität seiner gesundheitspolitischen Vorschläge allerdings hegen sie Zweifel. (sw) (Der Bund)

Erstellt: 09.03.2010, 10:57 Uhr

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