Bern

24 Grossräte räumen ihre Sessel

Von Stefan Wyler. Aktualisiert am 13.01.2010

136 Grossratsmitglieder wollen es noch einmal wissen. Nur 24 mögen nicht mehr – darunter gleich 10 Sozialdemokraten.

Die SP ist seit der Spaltung der SVP die grösste Fraktion. Sie stellt nun aber auch bei Weitem die längste Liste der abtretenden Grossratsmitglieder. 10 der 41 Sozialdemokraten verzichten auf eine Wiederkandidatur. Prominentester Abgang ist die derzeitige Grossratspräsidentin Chantal Bornoz (La Heutte). Die 55-Jährige hat angekündigt, sich nach Ende ihres Präsidialjahrs aus der Politik zurückzuziehen. Auf eine Wiederkandidatur verzichtet auch die profilierteste SP-Bildungspolitikerin: Irène Hänsenberger (Burgdorf), die ehemalige Lebe-Geschäftsführerin und heutige Leiterin des Berner Schulamts. Mit dem Thuner Martin von Allmen tritt ausserdem ein streitbarer Gewerkschafter ab, der durch engagierte und mitunter hitzige Auftritte im Kantonsparlament aufgefallen war. Die weiteren ausscheidenden Sozialdemokraten: der Architekt Ueli Arm (Burgdorf), die Lehrerin Therese Beeri (Münsingen), der Gewerkschafter Hans Bieri (Spiez), die Gesundheitsschwester Annemarie Burkhalter (Bätterkinden), die Organisationsberaterin Paula Ramseier (Bern), der Jurist Simon Ryser (Bern) und der Schulleiter Charles Stucki (Ins). Auch Monika Barth (Biel) kandidiert kein weiteres Mal – die Schriftstellerin war aber schon kurz nach den letzten Wahlen im Streit aus der SP ausgetreten und hatte seither als recht einsame Parteilose dem Kantonsparlament angehört.

Fünf Abgänge gibt es bei den Freisinnigen zu vermelden: Der bekannte Hotelier und Gastrosuisse-Zentralpräsident Klaus Künzli (Ittigen) tritt nicht wieder an, ebenso der Lengnauer Business-Coach Erwin Fischer, der einst erfolglos gegen Johannes Matyassy für das Präsidium der kantonalen FDP kandidiert hatte. Die Ingenieure Hans-Rudolf Markwalder (Burgdorf) und Jean-Pierre Rérat (Sonvilier) sowie die Notarin Franziska Stalder-Landolf (Muri) vervollständigen das zurücktretende FDP-Quintett.

Bei den Streithähnen SVP und BDP hat man Rücktritte dagegen soweit wie möglich zu vermeiden versucht. 28 von 30 SVPlern treten wieder an. Ebenso 15 von 17 BDP-Grossräten. Auf eine Wiederkandidatur verzichten bei der SVP nur der Guggisberger Landwirt Werner Aebischer und der Drogist Andreas Lanz aus Thun. Bei der BDP sind es der Arzt Daniel Pauli (Schliern) und die Worber Haushaltungslehrerin Therese Bernhard, die frühere Präsidentin der grossrätlichen Steuerungskommission; sie scheidet nach 16 Amtsjahren aus dem Berner Parlament aus.

Nicht mehr antreten mag auch der Touristiker Matthias Kurt (Lenk): Er war bei der Parteispaltung aus der SVP ausgetreten, trat dann aber nicht der BDP bei, sondern politisierte als Parteiloser in der BDP-Fraktion mit.

Bei den Grünen schliesslich demissionieren zwei langjährige Grossrätinnen: die sozial-diakonische Mitarbeiterin Marianne Morgenthaler (Richigen) und die Sachbearbeiterin Lilo Lauterburg (Bern). Seinen Abschied aus dem Kantonsparlament gibt auch der streitbare Autopartei-Politiker und frühere Bieler Gemeinderat Jürg Scherrer. (Der Bund)

Erstellt: 13.01.2010, 15:01 Uhr

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