Bern

Zauberhafter Spaziergang am Stadtrand

Von Daniel Gaberell. Aktualisiert am 28.01.2010

Ist hier des Sommers Volksauflauf an den Grenzen des Erträglichen, findet man dieser Tage die absolute Ruhe: im Zehndermätteli.

Die Fähre beim Zehndermätteli. (Franziska Scheidegger)

Die Fähre beim Zehndermätteli. (Franziska Scheidegger)

Der Ort ist stadtbekannt, nicht aber dieser Zugangsweg: Man nimmt den 21er-Bus Richtung Bremgarten, steigt bei der Haltestelle Felsenau aus, geht 30 Meter zurück und biegt links in ein Strässlein ein, Richtung Baracke des Platzgern-Clubs. Nun führt ein wunderschöner Waldweg flussaufwärts. Man befindet sich nicht direkt am Aareufer, sondern spaziert gute fünfzig Meter oberhalb im Wald parallel zur Aare.

Für diesen Spaziergang benötigt man ungefähr eine halbe bis Dreiviertelstunde und erfreut sich der erhabenen Aussicht durch den kahlen Wald und über die zurzeit inselreiche Aare.

Die Fähre und das Restaurant sind bis März geschlossen, einzig die zwei Esel, hie und da ein Hündeler und in der Ferne das Dröhnen einer Motorsäge durchbrechen die Stille auf dieser Insel der Ruhe.



28. Januar 2010
Leserbrief zum Text von Daniel Gaberell

Ja, dieser gut halbstündige naturnahe Spaziergang von der Felsenau ins Zehndermätteli, rund um die Schlosshalbinsel von Bremgarten, ist wirklich auch im Winter empfehlenswert. Weil aber im Wandervorschlag nichts über einen Rückweg gesagt wird, sei dies hier nachgeholt: Dieser führt – ebenfalls in einer halben Stunde – als zweiter Teil einer Rundwanderung zuerst leicht aufsteigend ins Rossfeld, von wo man ab der Bern-Mobil-Haltestelle Rossfeld oder ab der RBS-Haltestelle Felsenau flugs wieder in der Stadt zurück ist – nach einer sehr abwechslungsreichen Wanderung im idyllischen Naherholungsgebiet Bern Nord.

Die Aussage, des Sommers Volksauflauf im Zehndermätteli sei an der Grenze des Erträglichen, muss von allen Kennern dieser stadtnahen Naturoase entschieden zurückgewiesen werden. Wohl kann es vor dem Selbstbedienungsbuffet zeitweise Warteschlangen geben – wo gibt es das nicht bei Saison-Hochbetrieb. Aber rund um das Restaurant hat es in der Regel genügend schattige Tische und Sitzgelegenheiten für durstige und hungrigen Spaziergänger – ganz abgesehen von der weiten, ebenfalls baumbeschatteten Liege- und Spielwiese für Mütter und Väter mit Kleinkindern. Und totale Ruhe findet der danach Suchende auf jeden Fall im angrenzenden weiten Reichenbachwald und an der friedlich vorbeifliessenden Aare. Übrigens: Die beliebte Fähre Bremgarten–Zehendermätteli verkehrt wieder ab 7. März 2010.

Fritz Jenni, Zollikofen (Der Bund)

Erstellt: 28.01.2010, 10:00 Uhr

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